Jeder fünfte Kleinstbetrieb fürchtet Pleite

Vor allem kleine Unternehmen fürchten nach Corona um ihr Überleben.
Vor allem kleine Unternehmen fürchten nach Corona um ihr Überleben.picturedesk.com
Einer aktuellen Umfrage zufolge fürchten 20 Prozent der Kleinstbetriebe, die Krise nicht zu überleben.

Die Wahrscheinlichkeit, nach der Coronakrise pleite zu gehen, schätzt jeder fünfte Kleinstunternehmer mit 50:50 oder noch schlechter ein. Das sind immerhin 20.000 der insgesamt 300.000 Kleinstbetriebe im Land. Die Zahlen gehen aus einer aktuellen Umfrage des "Kurier" hervor.

Unzufrieden mit Staatshilfe

Befragt wurden 564 Klein- und Kleinstunternehmen. Das waren entweder Ein-Personen-Betriebe (EPUs) oder solche mit bis zu neun Mitarbeitern. Mehr als die Hälfte von ihnen (56 Prozent) hält die staatlichen Hilfsmaßnahmen für "nicht genügend". Nur zwei Prozent vergeben die Note "Sehr Gut".

Woran liegt das genau? Gut informiert fühlten sich die meisten, erklärt ein Mitautor der Studie, Paul Pichler, im "Kurier". Viele seien enttäuscht, dass sie bei der ersten Auszahlung des Härtefallfonds nur 500 Euro erhielten - weniger als erwartet. Auch der bürokratische Aufwand und die Geschwindigkeit der Auszahlungen wird kritisiert.

Pleitewelle droht

Weil viele der befragten Unternehmer zudem damit rechnen, dass sich ihr Geschäft erst in sieben Monaten wieder vollständig erholen wird, droht auch noch eine Pleitewelle. Diese könnte im Herbst auf uns zurollen. 

Größere Unternehmen zufriedener

In anderen Umfragen hingegen liest man, dass 54 Prozent der Unternehmen "sehr" bis "einigermaßen zufrieden" mit den Hilfen sind. Das liegt laut Pichler daran, dass die Kurzarbeit größeren Unternehmen sehr geholfen hat. Bei Ein-Personen-Unternehmen allerdings ist das Modell der Kurzarbeit fast nicht anwendbar.

Es ist also der Härtefallfonds für kleine Unternehmen, der hier die Kritik abbekommt. Zu  beachten: Die Umfrage wurde vor dem vor kurzem angekündigten Fixkostenzuschuss gemacht. Dieser könnte einiges abfedern, obwohl es auch hier Kritik gibt. Geld wird erst am 40 Prozent Umsatzeinbruch gegeben, Kleinstunternehmen haben laut Pichler aber schon bei Einbußen ab 25 Prozent massive Probleme.

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