CISOs haben keinen leichten Job: übermäßiger Stress, lange To-Do-Listen und persönliche Haftungsrisiken machen vielen Sicherheitsentscheidern zu schaffen. Doch jetzt scheint für viele das Maß voll zu sein.
Ein aktueller Report von Absolute Security, für den rund 1.000 CISOs in den USA und Großbritannien befragt wurden, kommt zu einem alarmierenden Ergebnis: Jeder zweite IT-Sicherheitschef spielt mit dem Gedanken, seinen Job an den Nagel zu hängen.
Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, sind neue, fähige Frontier-KI-Modelle, wie Computerwoche unter Berufung auf CSOOnline.com berichtet. Diese verschärfen die ohnehin schon schwierige Situation.
Christine Gadsby, Chief Security Advisor bei BlackBerry und frühere CISO, kennt die Probleme aus erster Hand: "Dieser Job ist einfach Wahnsinn. Burnout war zuvor schon ein maßgebliches Problem: Viel Verantwortung und ein Übermaß an Aufgaben. Durch KI potenziert sich das nun noch."
Besonders die persönlichen Haftungsrisiken belasten die Sicherheitschefs. "Die Branche hat die CISO-Rolle so ausgestaltet, dass sie das Gros der Verantwortung trägt. Insofern muss man sich jetzt nicht wundern, wenn die Menschen aussteigen wollen", so Gadsby.
IDC-Analyst Chris Kissel sieht die Entwicklung mit Sorge: "Die durchschnittliche Amtszeit eines CISOs beträgt mittlerweile 18 Monate. Persönliche Haftungsrisiken für Cybervorfälle und die neuen Frontier-KI-Modelle tragen nicht dazu bei, diese Zeitspanne zu erhöhen."
Wenn erfahrene CISOs aussteigen, entstehen für Unternehmen neue Probleme: Sie müssen die Lücken mit weniger erfahrenen Mitarbeitern füllen, die oft noch anfälliger für Burnout sind. Experten raten dennoch zur Gelassenheit - der KI-Effekt werde überbewertet.