Schwimmstudie

Jedes 5. Kind in Österreich könnte ertrinken

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit hat eine Studie in Auftrag gegeben. Das Ergebnis zeigt enorme Defizite bei den Schwimmkünsten der Kleinen.

Newsdesk Heute
Jedes 5. Kind in Österreich könnte ertrinken
Das Alter von fünf Jahren gilt als das schwimmfähige Alter.
Getty Images

Bei den hitzigen Sommertagen suchen viele Abkühlung im Schwimmbad, See oder Meer. Doch wie gut sind die Kleinen für eine Runde im Wasser gerüstet?

Offenbar nicht allzu gut, wie eine Schwimmstudie zeigt, die vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) in Auftrag gegeben wurde.  Demnach ist nämlich jedes fünfte Kind in Österreich gefährdet zu ertrinken.

Viele Nichtschwimmer

Knapp 134.000 Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 19 Jahren konnten im ersten Quartal des Jahres nicht schwimmen, 93.000 auch nur sehr schlecht. Ab fünf Jahren ist man in der Regel im schwimmfähigen Alter.

2.007 Personen ab 15 Jahren wurden im März und April 2024 befragt und Daten von 1.160 Kinder und Jugendlichen unter 20 Jahren erhoben
2.007 Personen ab 15 Jahren wurden im März und April 2024 befragt und Daten von 1.160 Kinder und Jugendlichen unter 20 Jahren erhoben
APA, Quelle: KFV

Der Studie nach sind aber auch andere Altersklassen betroffen. 670.000 Personen können hierzulande nicht schwimmen. Für die Untersuchung wurden mehr als 2.000 Interviews mit Personen ab15 Jahren geführt und Daten von 1.160 Kindern gesammelt.

Eltern & Einkommen

"63 Prozent aller Kinder, die über Schwimmkenntnisse verfügen, haben das Schwimmen von ihren Eltern gelernt. Unter jenen Kindern, die nicht oder nicht ausreichend schwimmen können, wurde zugleich am häufigsten als Grund dafür genannt, dass in ihren Familien nie schwimmen gegangen wurde", erklärte Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV.

Auch Kurse sollen bei vielen (41 Prozent) eine Rolle beim Erlernen der Schwimmkünste spielen. Allerdings sollen private Kurse für finanziell schwache Haushalte oft ein Hindernis darstellen. "Unsere Studie zeigt ganz klar, dass bei Menschen, die in prekären Einkommensverhältnissen leben, der Anteil an schlechten bis mittelmäßigen Schwimmern besonders hoch ist", sagt Trauner-Karner.

Covid-Ausfall

17 Prozent der Kinder haben ihre Fähigkeiten im Wasser durch die Schule bzw. durch den Sportunterricht erhalten. Schwierig wurde das jedoch in den Covid-Jahren und den damit einhergehenden Ausfällen. Der KFV sieht es daher als notwendig, den schulischen Schwimmunterrichts sowie den Ausbau von gefördertem Schwimmunterricht in der Freizeit als notwendig an.

Laut dem KFV gebe es nach Bildungsgrad einen Unterschied. So haben die meisten Befragten mit Matura im Alter zwischen vier und fünf Jahren Schwimmen gelernt. Bei jenen ohne Reifeprüfung haben die meisten hingegen mit acht Jahren oder im höheren Alter das Schwimmen gelernt. Zudem gibt es einen dreiprozentigen Unterschied beim Anteil, der gar nicht schwimmen kann.

Über 380 Personen ertrunken

In den vergangenen zehn Jahren sind in Österreich nach Zahlen der Statistik Austria insgesamt 387 Menschen ertrunken, darunter 38 Kinder und Jugendliche. Im aktuellen Regierungsprogramm sind "Schwimmkurse für alle" vorgesehen: "Ein österreichweites Konzept für Gratisschwimmkurse für alle Menschen ist zu erarbeiten und umzusetzen", heißte es. Der KFV fordert die bundesweite Umsetzung, vor allem aber die flächendeckende Unterstützung von Bildungseinrichtungen bei der Umsetzung von geeigneten Schwimmkursen.

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    Letzte Generation

    Auf den Punkt gebracht

    • Eine Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit zeigt, dass jedes fünfte Kind in Österreich gefährdet ist zu ertrinken, da knapp 134.000 Kinder im Alter von fünf bis 19 Jahren nicht schwimmen können
    • Der schulische Schwimmunterricht und der Ausbau von gefördertem Schwimmunterricht in der Freizeit werden als notwendig erachtet
    • In den vergangenen zehn Jahren sind 387 Menschen in Österreich ertrunken, darunter 38 Kinder und Jugendliche
    red
    Akt.