Ein Foto, das ein US-Arzt auf Twitter veröffentlicht hat, erlangt derzeit im Netz viel Aufmerksamkeit. Darauf zu sehen sind zahlreiche iPads in einem Raum. Das Erschütternde: Jedes dieser Geräte ist für einen sterbenden Corona-Patienten vorgesehen. «Das sind iPads, die von einem mir bekannten Palliativmediziner für den virtuellen Besuch am Lebensende auf der Intensivstation vorbereitet werden. Jesus.»
Der Tweet wurde mehrere Zehntausend Mal geteilt und kommentiert. «iPads, die für den Abschied am Lebensende auf der Intensivstation gelagert wurden, … etwas, was Steve Jobs nicht voraussehen konnte», schreibt beispielsweise Ex-Harvard-Epidemiologe Eric Feigl-Ding.
"Am Montag verabschiedete sich mein Freund auf einem iPad von seiner Mutter. Er bekam keine letzte Umarmung", schreibt ein weiterer Twitter-Nutzer. "Ich musste das mit meiner Mutter machen. Sie war nicht mal bei Bewusstsein und am Beatmungsgerät angeschlossen. Das Schlimmste, was ich in meinem Leben getan habe", heißt es in einem weiteren Kommentar.
"Ich war Patientin, allein in einem Spitalzimmer. Ich starrte stundenlang auf das iPad auf dem Ständer und wusste genau, wofür es war. Eine schreckliche Erfahrung", schreibt eine Frau.
In den USA hat die Zahl der binnen 24 Stunden erfassten Corona-Neuinfektionen den zweiten Tag in Folge einen Höchststand erreicht. Am Freitag gab es 227.885 neue bestätigte Fälle, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Samstagmorgen (MEZ) hervorging. Der bislang höchste Wert war erst am Vortag mit rund 217.000 neuen Fällen verzeichnet worden.
Die Zahl der binnen eines Tages gemeldeten Toten überschritt den vierten Tag in Folge die Schwelle von 2.500. Am Freitag wurden 2.607 Tote mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion verzeichnet. Der Höchstwert war am Vortag mit 2.879 Toten registriert worden.
Nach dem Feiertag Thanksgiving in der vergangenen Woche hatten Experten wegen Reisen und Familientreffen mit einer landesweiten Zunahme der Ansteckungen in den USA gerechnet.