Amazon-Gründer fliegt ins All, alle lachen über Rakete

Jeff Bezos machte einen kurzen Abstecher ins All
Jeff Bezos machte einen kurzen Abstecher ins AllBlue Origin / Zuma / picturedesk.com
Amazon-Milliardär Jeff Bezos flog am Dienstag für 11 Minuten in den Weltraum. Nach seiner Reise hagelt es nun mächtig Spott und heftige Kritik. 

Jeff Bezos wagte am Dienstag den Vorstoß ins Weltall und machte damit den ersten Schritt auf dem Weg zur Verwirklichung seines Traumes vom Weltraum als Reiseziel. Satte 28 Millionen Dollar ließ der Amazon-Konzernchef sich den Ausflug mit vierköpfiger Crew und selbstgebauter Rakete kosten – und das, um dann nur drei bis vier Minuten lang Weltraumluft zu schnuppern. Welche Reaktion der Milliardär sich von seiner Umwelt erhofft hatte ist unklar, er erntete jedenfalls überwiegend Spott, Häme und einen ausgewachsenen Shitstorm im Internet.

Netz lacht über phallische Rakete

Das Aussehen seiner Rakete sorgte im Netz für viel Erheiterung. Man ist sich einig: Das Design der "New Shepard" ist ungünstig gewählt. Die Moderatoren einer australischen Nachrichtensendung konnten bei der Berichterstattung über die Jungfernfahrt der Rakete kaum aufhören zu Kichern. "Sieht das ein bisschen komisch aus oder liegt das an mir?", fragt einer der TV-Hosts während seine Kollegin lachend ermahnt: "Werd erwachsen!" 

Bezos bekommt Online-Shitstorm

Neben viel Gelächter erntet Bezos aber auch heftige Kritik. Im Jahr der Corona-Pandemie wuchs die Zahl der Hungerleidenden und Unterernährten weltweit enorm. Das UN World Food Program berichtet, dass rund 811 Millionen Menschen aktuell hungern – rund ein Zehntel der Weltbevölkerung. Für Bezos hingegen war die Pandemie ausgesprochen lukrativ: Sein Vermögen wuchs um etwa 41 Milliarden Euro und soll nun insgesamt 173 Milliarden Euro ausmachen.

"Während rund um die Welt Menschen hungern, träumt der reichste Mann der Welt von Luxus-Hotels am Mond", so die Kritik der Internet-User. Bezos wird zudem schon seit langem vorgeworfen, Mitarbeiter auszubeuten: Keine WC-Pausen, Lohndumping und konstante Überwachung sind nur einige der Horror-Geschichten, die Angestellten aus Amazon-Warenhäusern erzählen. Ironischerweise dankte der Firmenchef nach der sicheren Raketenlandung seinen Beschäftigten mit den Worten: "“I also want to thank every Amazon employee and every Amazon customer because you guys paid for all of this,”", zu Deutsch: "Danke an alle Amazon-Mitarbeitern und Amazon-Kunden. Ihr habt für das bezahlt."

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