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Zahl der Toten bei Protest gegen US-Botschaft steigt

Stunden vor der offiziellen Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem ist es an Israels Grenze zum Gazastreifen zu Protesten gekommen.

Heute Redaktion
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Am Nachmittag wird die US-Botschaft in Jerusalem offiziell eingeweiht. Dabei kam es schon im Vorfeld an Israels Grenze zum Gazastreifen zu gewaltsamen Protesten. Israelische Sicherheitskräfte erschossen gemäß dem palästinesischen Gesundheitsministerium mehrere Männer. Laut "CNN" handelt es sich um 37 Tote. Weitere Palästinenser seien durch Schüsse verletzt worden, wie der Rettungsdienst Roter Halbmond mitteilte. Inzwischen ist die Rede von rund 1.700 Verletzten.

Die Warnungen des israelischen Militärs, sich von der Grenze fernzuhalten, blieben ungehört . Tausende Palästinenser versammelten sich nach Berichten von Reportern im Gazastreifen an mehreren Punkten nahe der Grenze zu Israel. Israelische Soldaten und Grenzpolizisten setzen massiv Tränengas ein.

"Bewegender Tag für das Volk Israel"

Kleine Gruppen näherten sich Steine werfend dem schwer bewachten Grenzzaun zu Israel. Israelische Soldaten mit Schusswaffen bezogen auf der anderen Seite Position. Im Laufe des Tages werden Massenproteste an der Grenze erwartet.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sprach von einem "bewegenden Tag für das Volk Israel und den Staat Israel". Netanjahu zitierte am Montag bei Twitter aus der Bibel: "Als der Herr die Gefangenen Zions zurückbrachte, da waren wir wie Träumende." Der Botschaftssitz der Vereinigten Staaten in Jerusalem sollte am Nachmittag im Beisein von rund 800 Gästen aus Israel und den USA eröffnet werden.

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Als Dank für die Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt durch Trump kündigte der Erstligist Beitar Jerusalem indes an, sich in „Beitar Trump Jerusalem" umzubenennen. Das teilte der Club auf seiner Facebook-Seite mit. "70 Jahre hat Jerusalem auf internationale Anerkennung gewartet", hieß es in der Stellungnahme

54 Tote seit Ende März

Die Palästinenser haben in den vergangenen Wochen heftig gegen diesen Schritt protestiert. Sie beanspruchen den 1967 von Israel eroberten Ostteil Jerusalems als Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates.

Am Dienstag jährt sich zudem zum 70. Mal die Nakba (deutsch: Katastrophe oder Unglück). An diesem Tag erinnern die Palästinenser an die Vertreibung und Flucht von rund 760.000 Landsleuten, die 1948 auf die Gründung des Staats Israel folgten.

Seit Ende März hat die israelische Armee bei den Protesten am Gazastreifen gegen Vertreibung und Landnahme bereits 54 Palästinenser erschossen. (gux)