Jetzt droht auch Personen-Limit für private Feiern

Rudolf Anschober
Rudolf AnschoberReuters
Die Regierung traf am Mittwoch Vertreter der "orangenen" Städte und Bezirke. Der Gesundheitsminister sah ein "Grundproblem": Privatfeiern.

Das Gespräch mit den Vertretern der orangen Regionen habe eine "sehr, sehr präzise Analyse" des Anstiegs der Infektionszahlen dort gebracht, so Minister Anschober. Diese habe ergeben, dass nicht große Veranstaltungen wie Theatervorstellungen und Sport-Events das Problem seien.

"Das Thema sind hauptsächlich private Feiern." Ein Bezirkshauptmann habe das als "Après-Soccer-Situation" bezeichnet – die "Fete" nach dem Fußballspiel. "Da haben wir ein Grundproblem." In diesem Bereich prüfe man derzeit die "Handlungsmöglichkeiten". Die erwarteten bundesweiten Verschärfungen durch die Regierung kommen vorerst aber nicht.

Kontaktmanagement soll verbessert werden 

Das zweite Problem seien die Zeiträume der Testungen und des Kontaktmanagements. Hier hätten einige Regionen "durchaus Handlungsbedarf". So habe man Infos, dass in einzelnen Bereichen nach der Meldung bei 1450 "viel zu viel" Zeit bis zum Abschluss des Kontaktmanagements vergehe. "An jedem Tag zusätzlich kann es zu Ansteckungssituationen kommen."

Die Experten sind sich uneinig 

"Große Sorge" bereiten Anschober auch die steigenden Zahlen von hospitalisierten Personen. Die Prognosen von Experten für die nächsten 14 Tage gingen aber weit auseinander: Sie reichten von rund 650 Neuinfektionen pro Tag bis hin zu einem "exponentiellen Wachstum" von 1.500 Neuinfizierten. "Das ist jetzt eine entscheidende Phase", mahnte der Minister erneut die Verantwortung jedes Einzelnen ein.

Die Corona-Kommission verteidigte Anschober. Deren Ampelschaltung habe "beratende" Funktion. Die Entscheidung über die Maßnahmen bleibe aber eine politische. Länder und Bezirke könnten regionale Zusatzmaßnahmen verankern, also etwa die Maskenpflicht verschärfen. Zu 100 Prozent abgesichert sei das, wenn das Covid-Maßnahmengesetz in Kraft sei. Anschobers Zeithorizont dafür: der 1. Oktober.

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