Österreich

Jetzt ist der Sex-Pfarrer abgetaucht

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:23

Seit Tagen gehen die Wogen in der Pfarre Stützenhofen hoch. Grund dafür ist, dass ein Homosexueller in den Pfarrgemeinderat gewählt wurde - aber vom Pfarrer nicht akzeptiert wird. Nun meldet sich die Niederösterreicherin Eva-Maria Mahrer zu Wort: "Ich war die Geliebte des Pfarrers". Der Pfarrer ist inzwischen abgetaucht. Offiziell ist er im Krankenstand, wie die Erdiözese am Freitag mitteilte.

Seit Tagen gehen die Wogen in der Pfarre Stützenhofen hoch. Grund dafür ist, dass ein Homosexueller in den Pfarrgemeinderat gewählt wurde - aber vom Pfarrer nicht akzeptiert wird. Nun meldet sich die Niederösterreicherin Eva-Maria Mahrer zu Wort: "Ich war die Geliebte des Pfarrers". Der Pfarrer ist inzwischen abgetaucht. Offiziell ist er im Krankenstand, wie die Erdiözese am Freitag mitteilte.

"Wenn sich der Pfarrer jetzt als Moralapostel aufspielt, kann ich nicht schweigen. Ich war seine Geliebte. Er hat sein Zölibat gebrochen. Jetzt redet er von Sünde. Dabei hat er selbst gesündigt. Diese Scheinmoral ist zu verurteilen, man soll den Stab nicht über Menschen brechen", erklärt die 55-Jährige gegenüber Heute.at. Der Schauspielerin und Sängerin gehe es nicht darum, sich in den Vordergrund zu drängen, aber: "Ich möchte die Scheinmoral aufzeigen."

Gerhard Swierzek war von 2003 bis Ende 2005 als Pfarrer in Pressbaum tätig. In diesem Zeitraum soll er drei Monate lang mit Mahrer zusammen gewesen sein. Sie habe seelischen Beistand gesucht, der Pfarrer aber körperliche Nähe, erzählt Mahrer. Nach den drei Monaten habe ihr eine Bekannte aus heiterem Himmel die Nachricht überbracht, dass sich der Pfarrer zurückziehen müsse, danach sei er nicht mehr erreichbar gewesen.

"Seelisch verletzt"

Schönborn habe er noch am selben Abend verständigt, dass er eine Frau "seelisch verletzt" habe und sei danach zwei Wochen in Krankenstand gewesen, so die Frau. Damit habe sie die Angelegenheit auf sich beruhen lassen, bis sich Swierzek zur Causa in Stützenhofen zu Wort meldete. Bekanntlich wurde bei der Pfarrgemeinderatswahl Mitte März der 26-jährige homosexuelle Florian Stangl mit 80 Prozent der Stimmen gewählt, von Swierzek wegen seiner Lebensweise aber abgelehnt.

Kardinal Christoph Schönborn erteilte dem Kandidaten zwar vor Ostern seinen Segen und bestätigte die Wahl, der Pfarrer lenkte aber nicht ein. "Wie kann man mit einem jungen Mann so umgehen?", fragt Mahrer. Bereut hat sie ihre Entscheidung, an die Öffentlichkeit zu gehen, nicht: "Ich bekomme fast ausschließlich positive Rückmeldungen."

Erdiözese: Pfarrer "im Krankenstand"

Von einer "Ruhepause für Stützenhofen" schreibt der Pressedienst der Erdiözese Wien: Nach "drei Wochen ununterbrochener Medienaufmerksamkeit" sei der Pfarrer von Stützenhofen, Gerhard Swierzek, im Krankenstand. Über die weitere Zukunft der Pfarre werde in Ruhe beraten und entschieden, wenn der Pfarrer wieder im Dienst ist, hieß es am Freitag.

Die Journalisten würden ersucht, die Menschenwürde aller Betroffenen und das Recht auf Privatsphäre zu achten. Auch Stützenhofen habe sich Osterfrieden verdient, hieß es. Die Debatte um die Pfarre im Bezirk Mistelbach hatte nach der Pfarrgemeinderatswahl Mitte März begonnen.

Damals war der 26-jährige homosexuelle Florian Stangl von 80 Prozent gewählt, vom örtlichen Pfarrer aber wegen seiner Lebensweise in der Funktion abgelehnt worden. Kardinal Christoph Schönborn bestätigte die Wahl nach einem Gespräch mit dem Betroffenen, worauf Swierzek ankündigte, sich aus der Gemeinde zurückziehen zu wollen.

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