Jetzt kommen Warnstreiks im Pflege-Bereich

In der Nacht unterbrachen die Chefverhandler die Gespräche: Kommende Woche legen Angestellte der Sozialwirtschaft die Arbeit nieder.
In der Nacht auf auf Freitag wurden die Kollektivvertragsverhandlungen für die etwa 100.000 Beschäftigten im privaten Gesundheits- und Sozialbereich in der vierten Runde unterbrochen.

Nach 16 Stunden liege noch immer kein "brauchbares Arbeitgeberangebot" auf dem Tisch, so die Gewerkschaft GPA-djp in einer Aussendung. Nächste Woche folgen Warnstreiks.

Forderungen klaffen auseinander

Die Arbeitgeber hatten zuletzt eine Lohn- und Gehaltserhöhung bis zu 3 Prozent vorgeschlagen – den Arbeitnehmer-Vertretern ist das zu wenig. "Das wäre der höchste Abschluss seit Bestehens des Kollektivvertrages", so Verhandlungsführer Walter Marschitz.

"Mit diesem Angebot lassen die Arbeitgeber die Wertschätzung gegenüber den 100.000 Beschäftigten in der Sozialwirtschaft schmerzlich vermissen", wettert Reinhard Bödenauer, der stellvertretende Bundesgeschäftsführer der GPA-djp. Die Gewerkschaften waren mit einer Forderung von 6 Prozent in die Verhandlungen gegangen.

CommentCreated with Sketch.26 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. Arbeitszeitverkürzung

Von Arbeitszeitverkürzung (35-Stunden- und 6. Urlaubswoche) würden die Arbeitgeber nichts hören wollen. "Gerade Bereiche wie die Pflege sind emotionale Schwerstarbeit. Die Kolleginnen und Kollegen haben sich mehr Zeit für Erholung mehr als verdient", so die Verhandlerin der Gewerkschaft vida, Michaela Guglberger.

"Wir haben schon eine kürzere Wochenarbeitszeit von 38 Stunden", entgegnet Erich Fenninger, Vorsitzender der SWÖ. "Dazu haben wir einen Personalmangel und bräuchten eigentlich mehr statt weniger Personalkapazitäten. Und schließlich arbeiten in unserer Branche weniger Vollzeitbeschäftigte, das bedeutet, dass eine Arbeitszeitverkürzung nur ca. 30 Prozent der MitarbeiterInnen entlasten würde."

Kommende Woche soll es vom 12. bis 14. Februar "in Teilbereichen" Arbeitsniederlegungen geben. Die Verhandlungen werden am 18. Februar fortgesetzt.

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(oet)

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