Violetter Jubel im grünen Teil Wiens! Die Austria entschied am Sonntag das 350. Wiener Derby im ausverkauften Allianz Stadion bei Rivale Rapid 2:0 für sich und greift nach dem Europacup-Fixplatz.
Premieren-Torschütze Sanel Saljic brachte die "Veilchen" in der vorletzten Runde der Meistergruppe nach starker Anfangsphase der Rapidler mit der ersten Gästechance in Führung. Kapitän Manfred Fischer hatte sich am rechten Flügel durchgesetzt, Saljic per Flanke gefunden. Der junge Angreifer versenkte den Ball per Kopf gefühlsvoll im langen Eck (9.).
Nach einem offenen Schlagabtausch fasste sich Philipp Maybach nach gut einer Stunde aus der Ferne ein Herz, zwang Rapid-Keeper Niklas Hedl zu einer starken Parade. Der darauffolgende Eckball sollte allerdings die Entscheidung bringen. Tin Plavotic köpfte, Serge-Philippe Raux-Yao fälschte unglücklich mit der Schulter ins eigene Tor ab – 2:0 (60.).
Die Stimmen
Austria-Trainer Stephan Helm: "Was offensichtlich war: Eine unglaublich geschlossene Mannschaftsleistung. Rapid hat eine Mannschaft, die Probleme machen kann, wenn du ihnen die Räume gibst. Das zu verhindern, ist uns heute sehr gut gelungen."
"Das ist extrem was Besonderes. Derbys sind bedeutsame Spiele, die bedeuten auch dem Drumherum besonders viel."
Helm war während des Spieles verkabelt, jubelte nach dem 1:0 von Sanel Saljic zu seinen Co-Trainern: "Endlich einmal was richtig entschieden." Auf Sky wurde der Coach darauf angesprochen, er erklärte: "Normalerweise habe ich ein recht glückliches Händchen mit Startaufstellungen und Einwechslungen. In der Meistergruppe ist es nicht immer so glücklich gelaufen. Der Sani hat unglaublich starke Spiele gemacht. Der Punkt ist, der hat dieses Potenzial, dem muss man dann in gewissen Phasen das Vertrauen schenken. Das hat er heute zurückgegeben."
Rapid-Trainer Johannes Hoff Thorup: "Es war ein enges, taktisches Spiel mit wenigen Chancen. Die erste Halbzeit war okay, das frühe Gegentor macht es nicht einfach. Die zweite Hälfte war nicht gut genug. Wir müssen zumindest ein Tor machen."
"Mentalität verwendet man immer, wenn man im Spiel sonst nichts anderes findet."
"Wir haben noch ein Spiel vor uns. Wir müssen uns so schnell wie möglich darauf fokussieren. Auch für Sturm wird es ein sehr wichtiges Spiel werden. Es wird wieder ein sehr taktisches Spiel, wo wir mehr zeigen müssen, als heute."
Die Austria überholte den Rivalen, liegt als Vierter auf Kurs Richtung direkte Europacup-Qualifikation. Salzburg hält als Dritter bei gleich vielen Zählern wie die Favoritner, sind aufgrund des "Sternchens" (bei Punkteteilung abgerundet) vorgereiht. Rapid hat als Fünfter zwei Punkte Rückstand auf die beiden – damit droht das Playoff um das fünfte Europaticket gegen den Playoff-Sieger aus der Qualigruppe.
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