Jetzt steigen die Preise für Autos und Spielkonsolen

Nintendo, Apple sowie VW und Audi fehlen die Computer-Chips. Darum steigen nun die Preise und es kommt zu längeren Lieferzeiten.

Gamer müssen sich gedulden: Die Playstation 5 bleibt noch bis 2022 Mangelware. Das Problem ist aber nicht alleine die große Nachfrage – auch bei der Produktion hapert es. Denn Sony fehlen die Computer-Chips. Damit ist das Unternehmen nicht alleine.

Auch Dell kämpft mit dem Chip-Mangel. Die Knappheit werde laut Gründer Michael Dell wohl ein paar Jahre anhalten, schreibt das "Handelsblatt". Nintendo leidet ebenfalls unter der Knappheit: So könnte es laut diversen Medienberichten bald zu Engpässen bei der Spielkonsole Nintendo Switch kommen.

Apple kündigte aufgrund des Engpasses sogar einen Umsatzverlust von bis zu 4 Milliarden Dollar an. Dabei leiden nicht nur Elektronikhändler unter dem Chip-Mangel: Auch der Autoindustrie mangelt es an Elektronik-Chips für die Produktion der Fahrzeuge.

So rechnet VW mit einem Produktionsverlust von mindestens 100.000 Autos. Audi und Daimler mussten sogar schon Schichten drosseln und ihre Produktion zurückfahren. Ford musste die Produktion im Autowerk in Köln fast komplett einstellen und BMW rechnet mit Problemen in der zweiten Jahreshälfte.

Grafikkarten sind doppelt so teuer

Alle Produkte mit Chips sind seit rund sechs Monaten teurer geworden, bestätigt auch Digitec Galaxus. "Wir haben zurzeit ein stark beschränktes Grafikkarten-Sortiment", sagt ein Sprecher zu "20 Minuten". Gamer und Gamerinnen warten zum Teil schon ein halbes Jahr auf Nachschub.

Es herrsche ein regelrechter Run auf Grafikkarten. Das wirkt sich auch auf die Preise aus: "Einige Modelle sind heute doppelt so teuer wie vor der Halbleiterknappheit", heißt es weiter. Auch bei Mediamarkt gehen die Grafikkarten aus. Trotz der Engpässe sei man aber darauf bedacht, das beste Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten zu können, sagt eine Sprecherin zu "20 Minuten".

Die Nachfrage ist wegen Corona-Krise explodiert

Grund für die Chip-Knappheit ist die hohe Nachfrage nach Technik wie Laptops in der Krise. Zudem hat der chinesische Huawei-Konzern angesichts der US-Sanktionen Vorratskäufe getätigt. Hinzu kommen die Cryptominer, die Grafikkarten brauchen, um Digitalwährungen zu schürfen.

Dabei kann die Produktion der Chips nicht einfach hochgefahren werden. Neue Fabriken lassen sich nicht so schnell aufbauen. Denn die Produktionsanlagen sind sehr teuer: Der Aufbau eines Chipwerks kostet einen zweistelligen Milliardenbetrag.

Der taiwanesische Chip-Auftragsfertiger TSMC warnt, die Lieferengpässe könnten noch bis ins nächste Jahr anhalten. Die Chipfabriken seien nahezu ausgelastet. Der Marktführer will deshalb in den nächsten drei Jahren 100 Milliarden Dollar in zusätzliche Kapazitäten investieren.

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