Jetzt streitet die Koalition über die Neue Mittelschule

ÖVP-Klubchef Reinhold Lopatka stellt in den "Oberösterreichischen Nachrichten" den Ausbau der Neuen Mittelschule infrage. Er will die Umstellung sogar rückgängig machen, falls die für 2015 angekündigten Evaluierungsergebnisse schlecht ausfallen. SPÖ-Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek legt sich quer.
ÖVP-Klubchef Reinhold Lopatka stellt in den "Oberösterreichischen Nachrichten" den Ausbau der Neuen Mittelschule infrage. Er will die Umstellung sogar rückgängig machen, falls die für 2015 angekündigten Evaluierungsergebnisse schlecht ausfallen. SPÖ-Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek legt sich quer.

Bis Anfang nächsten Jahres soll die Untersuchung der ersten beiden Jahrgänge der 2008 als Schulversuch gestarteten NMS vorliegen. "Dann müssen wir uns sehr genau anschauen, ob sich das bewährt hat", so Lopatka. Er habe "größte Zweifel" daran. "Im Ernstfall muss man auch den Mut haben, das rückgängig zu machen."

Nicht besser als Hauptschulen

Grund für seine Skepsis sind u.a. die Ergebnisse der Anfang 2014 veröffentlichten Englisch-Bildungsstandardtestungen, bei denen die NMS als die Hauptschulen geliefert haben.

Teurer als Gymnasien

Dazu kämen die vom Rechnungshof monierten hohen Kosten durch den Einsatz mehrerer Lehrer pro Klasse in einzelnen Fächern (Lehrerpersonalkosten pro Schüler an NMS: 7.200 Euro, an AHS-Unterstufe: 4.700). "Wenn sich dann noch herausstellt, dass es auch pädagogisch wenig bringt, wenn es also bedeutet, 'außer Spesen nichts gewesen', dann kann man nicht sagen, die NMS muss trotzdem bleiben", so Lopatka.

Zuletzt hatte die rote Stadt Wiener Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl angemeldet.

Heinisch-Hosek gegen Ausbaustopp

SPÖ-Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek schließt einen Ausbaustopp der Neuen Mittelschule dezidiert aus. Sie will an dem "pädagogisch wertvollen Konzept" mit Individualisierung und der Förderung von Kompetenzen in jedem Fall festhalten. Wenn sich bei der Evaluierung herausstelle, dass etwas verbesserungswürdig sei, könne man das diskutieren.

Einen Stopp des Ausbaus der NMS, die bis 2015/16 alle Hauptschulen flächendeckend ablösen soll, lehnt Heinisch-Hosek unabhängig vom Ergebnis ganz klar ab. Dasselbe gilt für Lopatkas Vorschlag, die Umwandlung von Hauptschulen in NMS "im Ernstfall" rückgängig zu machen.
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