Jetzt will Trump das Weiße Haus doch verlassen, wenn...

Noch ist Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten. Im Jänner übernimmt Joe Biden.
Noch ist Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten. Im Jänner übernimmt Joe Biden.MANDEL NGAN
Sobald die Wahlleute Joe Biden zum Präsidenten bestimmt haben, will Donald Trump das Weiße Haus verlassen.

Gut drei Wochen nach seiner Wahlniederlage hat US-Präsident Donald Trump seinen Rückzug für Mitte Dezember in Aussicht gestellt. Trump kündigte am Donnerstag an, das Weiße Haus zu verlassen, wenn das Wahlkollegium für seinen Kontrahenten Joe Biden gestimmt habe. "Sicher werde ich das. Und Sie wissen das", sagte er anlässlich des Feiertags Thanksgiving vor Journalisten. Das Treffen der Wahlleute ist für den 14. Dezember angesetzt.

Der Demokrat Biden hatte die Wahl am 3. November gewonnen. Allerdings hat Trump seine Niederlage bislang nicht eingestanden und spricht von Betrug und Unregelmäßigkeiten, ohne Beweise vorzulegen. Der Republikaner geht gerichtlich gegen das Abstimmungsergebnis vor. Vor kurzem hatte Trump allerdings nach wachsendem Druck aus seiner Partei den Weg für eine Machtübergabe an Biden freigemacht.

Betrugsvorwürfe erneuert

Nun antwortete er erstmals seit der Wahl auf Fragen von Reportern. Er wiederholte zugleich seine Betrugsvorwürfe. "Es war eine manipulierte Wahl.", betonte er, "Auf höchster Ebene." Trump ergänzte: "Wir wissen, dass es massiven Betrug gab." Erneut lieferte er keine Belege für diese Darstellung.

Es wäre "sehr hart", eine Niederlage einzuräumen, sagte Trump außerdem. Er finde es "nicht richtig", dass Biden bereits ein Kabinett zusammenstelle. Das ist allerdings vollkommen üblich bei einem Präsidentenwechsel in den USA. Mit Blick auf seine Behauptungen zum Wahlbetrug sagte er, die Wahlinfrastruktur der USA sei wie in einem "Land der Dritten Welt". Auch Tote hätten abgestimmt, behauptete er.

Biden hat unter dem Strich landesweit über sechs Millionen Stimmen mehr erhalten als Trump. Wichtig ist aber, wie ein Kandidat in einzelnen Bundesstaaten abschneidet. Denn über den Sieger entscheidet letztlich nicht die Mehrheit der insgesamt abgegebenen Stimmen, sondern das Wahlkollegium. Dieses setzt sich aus Wahlleuten zusammen, die jeder Bundesstaat abhängig von seiner Bevölkerungszahl stellt. In der Regel werden alle Wahlleute eines Staats dem Kandidaten zugeteilt, der dort jeweils am besten abschneidet.

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