Gewessler und Rauch machen klare Gentechnik-Ansage

Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) und Klimaministerin Leonore Gewessler (Grüne).
Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) und Klimaministerin Leonore Gewessler (Grüne).ROLAND SCHLAGER / APA / picturedesk.com
Die Regierung hat sich am Dienstag klar gegen eine mögliche Lockerung der Regelungen von Gentechnik-Produkten in Österreich ausgesprochen.

Anlässlich der heutigen Experten-Konferenz des Klima- (BMK) und des Sozialministeriums (BMSGPK) zur sogenannten "Neuen Gentechnik" (siehe Infobox unten) fordern die beiden zuständigen Grünen-Minister Leonore Gewessler und Johannes Rauch eine Beibehaltung der bestehenden gesetzlichen Bestimmungen auch für die sogenannte "Neue Gentechnik" ein. Hintergrund ist die Debatte auf EU-Ebene, die Regeln zu lockern.

"Die österreichische Haltung ist klar: Auch für die neuen Manipulationsverfahren müssen die drei Grundpfeiler Vorsorgeprinzip, wissenschaftliche Risikobewertung und Kennzeichnungspflicht gelten. Neue Verfahren zur Gentechnik durch die Hintertür sind für uns nicht akzeptabel", betonen Gewessler und Rauch unisono.

Der EuGH habe bereits 2018 klargestellt, dass auch die sogenannte "neue Gentechnik" unter das Regelwerk der Gentechnik fällt. Für sie gelte deshalb das idente Zulassungsverfahren.

"Mit dem Begriff 'Neue Gentechnik' bezeichnet man hingegen eine ganze Reihe von gentechnischen Methoden, die allesamt dazu dienen, das Erbgut (Genom) einer Pflanze und damit ihre Eigenschaften zu verändern, ohne artfremde DNA einzuschleusen. Methoden der Neuen Gentechnik (z.B.: CRISPR/-Cas, Zinkfinger-Nuklease oder TALEN) verfolgen jedoch alle ähnliche Ziele wie die Klassische Gentechnik." – Global 2000

Chancen und Risiken

"Wissenschaft und technischer Fortschritt sind wichtige Pfeiler für unser aller Zukunft. Das bedeutet aber nicht, dass wir leichtfertig gentechnisch veränderte Organsimen in die Natur ausbringen dürfen", so Klimaministerin Gewessler weiter.

"Chancen stehen meist auch Risiken gegenüber, deshalb ist uns ein verantwortungsvoller Umgang mit diesen neuen Techniken wichtig. Eine sorgfältige Prüfung im Rahmen eines Zulassungsverfahrens und das Monitoring von möglichen Langzeitfolgen sind hierfür wesentliche Bausteine."

"Kennzeichnung unabdingbar"

"Die Menschen in Österreich wollen wissen, was auf ihrem Teller landet und ich bin der festen Überzeugung, sie haben das Recht dazu. Deshalb ist für mich eine klare Kennzeichnung ebenso unabdingbar", ergänzt Konsumentenschutz-Minister Rauch.

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