Josef F. (86) könnte in wenigen Jahren freier Mann sein

Josef F.
Josef F.APA
Einer der berühmtesten Häftlinge Österreichs, Josef F., könnte in den nächsten Jahren ein freier Mann sein. Denn: Seine Maßnahme wird aufgehoben.

Paukenschlag rund um Josef F. (86): Der in der Justizanstalt Stein (Krems an der Donau) sitzende Häftling, der seit einer Namensänderung jetzt anders heißt, gilt als geheilt.

Inzestfall im Keller

Rückblick: Der Inzestfall des damals 74-Jährigen in Amstetten ging in die österreichische Kriminalgeschichte ein und sorgte weltweit für Schlagzeilen. Er soll seine Tochter über 20 Jahre in einem Kellerverlies gefangen gehalten haben, vergewaltigte sie vielfach und zeugte mit ihr sieben Kinder. Drei Kinder waren ebenfalls in der Kellerwohnung gefangen. 

2009 wurde Josef F. wegen Mordes, Vergewaltigung, Freiheitsentziehung und anderer Delikte am Landesgericht Sankt Pölten zu lebenslanger Haft und Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher verurteilt. Josef F. galt indes als zurechnungsfähig.

Jetzt veranlasste die zuständige Richterin vom Landesgericht Krems an der Donau, dass diese Maßnahme mit 1. Dezember 2021 aufgehoben wird, sprich Josef F. wechselt in den Entlassungsvollzug. Neben der Richterin mussten auch andere Entscheidungsträger zustimmen. Dem Vernehmen nach waren nicht alle vom Vorschlag der Richterin begeistert.

Frei in wenigen Jahren?

Da „lebenslang“ in Österreich selten lebenslange Haft bedeutet, könnte F. frühestens nach 15 Jahren Haftstrafe um seine vorzeitige Entlassung ansuchen. Die Zeit im Maßnahmenvollzug wird indes abgezogen, sprich Josef F. könnte theoretisch in einigen Jahren ein freier Mann sein.

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