Josefine: "So lange ich lebe, kämpfe ich für Tiere"

Josefine Jagschitz (82) kämpft unermüdlich für artgerechte Tierhaltung.
Josefine Jagschitz (82) kämpft unermüdlich für artgerechte Tierhaltung.Clemens Pilz
Am Mittwoch demonstrierten Tierschützer vorm Kanzleramt. Neben einem "Schwein" in einer Mülltonne sorgte eine 82-jährige Veganerin für Aufmerksamkeit.  

Die Aktion des "Vereins gegen Tierfabriken" (VGT) hatte ein klare Botschaft: "Das Gesetz muss geändert werden. ÖVP-Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger verweigert den Schweinen Stroh!" Die Forderung nach einer weichen Unterlage für Schweine unterstützen laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts "Gallup" 96 Prozent der Österreicher. Die rechtliche Umsetzung scheiterte in den letzten Jahren aufgrund von parlamentarischen Gegenstimmen der ÖVP und FPÖ.

Der VGT prangert an: Derzeit leben etwa 1,6 Millionen Schweine auf Beton-Vollspaltenböden und leiden wegen des brutalen Untergrunds unter schweren Krankheiten. 92 Prozent der Tiere haben demzufolge dauerhaft entzündete Gelenke, die Todesrate auf Vollspaltenböden sei dreimal höher als auf Stroh, 45 Prozent der Schweine hätten Lungenentzündungen und 30 Prozent Spulwürmer in der Leber.

Josefine Jagschitz: "Ich habe Ministerin Köstinger bis ins obere Inntal verfolgt, aber sie rennt davon."

VGT-Urgestein Josefine Jagschitz lässt nicht locker

Die 82-jährige Tirolerin setzt sich seit mehr als sechs Jahrzehnten für Tierrechte ein. Im "Heute"-Interview am Ballhausplatz läuft sie zur Hochform auf (Video unten): "Ich kann nicht schlafen, wenn ich weiß, dass hunderttausende Schweine gleichzeitig verwundet am Boden liegen und mit dem Tod ringen. Es liegt an der Ministerin Köstinger. Ich verstehe nicht, wie sie ruhig schlafen kann." Josefine wollte die verantwortliche Politikerin mehrfach zur Rede stellen und zur Vernunft bringen.

Die erfahrenste VGT-Aktivistin fordert – wenn Beton-Vollspaltenböden nicht gänzlich verboten werden können – zumindest Stroheinstreu: "Die Schweine können auf diesen Vollspaltenböden ihre Exkremente hinterlassen, aber sie müssen einen Platz erhalten, wo sie sich ausruhen und schlafen können, auf weichem Boden. Das wär nicht zu viel verlangt!"

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