Josefstadt-Chef: "Erste Handlung? Hundekorb kaufen"

Heute wird Martin Fabisch (52) als Bezirkschef der Josefstadt angelobt. Bevor er als Grüner das "Land in die Stadt" holt, ist zunächst Peekaboo dran.

Nach zehn Jahren ÖVP-Regierung wechselte die Josefstadt bei den Bezirksvertretungswahlen am 11. Oktober die Farbe. Heute, Freitag, wird Martin Fabisch (52) als neuer Grüner Bezirkschef angelobt. Auf das Beziehen seines neuen Büros muss er noch einige Tage warten (noch sind die Räume von der alten Bezirksvorstehung belegt), die Umsetzung seiner Visionen und Ziele für den 8. Bezirk plant er aber schon jetzt. Als allererstes ist aber seine Havaneser-Hündin "Peekaboo" (10) dran: Die erste Amtshandlung als neuer Bezirkschef ist das Kaufen eines geeigneten Hundebettes.

Bei der Auswahl braucht Fabisch keine Beratung: Schließlich hat er selbst sechs Jahre lang Veterinärmedizin studiert. Doch seine Allergie auf Katzen- und Pferdehaare samt asthmatischer Anfälle machten das schließlich unmöglich. Bitter für den jüngsten Sohn einer Tierarzt-Familie - zum Glück haart "Peekaboo" kaum und ist somit für ihr Herrchen kein Problem. Fabisch sattelte mit dem "Segen der Familie" auf Handelswissenschaften um und schloss das Studium an der Wirtschaftsuniversität ab.

Bezirkschef will mit 1.000 neuen Bäumen und Begegnungszone Josefstädter Straße "Land in die Stadt" holen

Das wichtigste Ziel für Fabisch - wenig überraschend für einen Grünen - ist es, den Bezirk grüner zu machen. "Unsere Vision sind 1.000 neue Bäume für die Josefstadt, wir wollen pflanzen, wo es möglich ist". Ob sich das innerhalb von Fabisch fünfjähriger Amtsperiode ausgeht, weiß er noch nicht. Schon aber, wo es losgehen soll: "Wir werden das in der Lerchenfelder Straße testen", so Fabisch im Gespräch mit "Heute".

Ein fix geplanter Punkt ist auch die Umgestaltung der Josefstädter Straße zur Begegnungszone. "Wir wollen den öffentlichen Raum fairer verteilen, mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer schaffen", so der designierte Bezirkschef. Wann die Begegnungszone kommt, sei derzeit aber noch offen. "Davor sind noch viele Gespräche nötig", so Fabisch.

Das Ziel sei jedenfalls, dass Kinder einfach zum Spielen vor die Haustür gehen können, ohne dass die Eltern Angst vor dem Verkehr haben müssen, erzählt der Zweifach-Papa. Daneben will er, zur Bekämpfung der Auswirkungen der Coronakrise auf freischaffende Künstler, das Kulturbudget erhöhen.

Anrainerparken: "Am besten ist, wenn wir keine Zusatztafeln montieren müssen"

Im Streit zwischen (VP-regiertem) Bezirk und der Stadt Wien um die Anrainerparkplätze hofft Fabisch auf eine wienweite Lösung. Diese wird zwar auch von der SPÖ-Neos-Regierung anvisiert, bis es dazu kommt, dürfte es aber noch dauern. Die Zusatztafeln, die nötig wären, um die Anrainerparkplätze wieder offiziell legal zu machen - wie es etwa der 1. Bezirk getan hat - will Fabisch gerne vermeiden.

"Die ideale Lösung wäre, wenn es für ganz Wien eine einheitliche und klare Lösung gebe", so Fabisch. Das Aufstellen von Zusatztafeln wäre zwar möglich, er würde aber die Kosten vermeiden - vor allem denn, wenn diese nach einer Neuaufstellung der Wiener Parkraumbewirtschaftung ohnehin wieder abmontiert werden müssten. "Am besten wäre es, wenn wir keine Zusatztafel montieren müssen, dafür gibt es derzeit auch keinen Budgetbeschluss. Mir ist vor allem wichtig, dass es Rechtssicherheit für die Bewohner gibt", so Fabisch. 

Fabisch hofft bei Budgetbeschluss auf "konstruktive" Opposition

Ob das finanziell auch machbar ist, weiß Fabisch aber noch nicht, wie er zugibt. Der Wechsel von der alten auf die neue Bezirksvorstehung sei noch nicht vollständig vollzogen. Bevor Fabisch konkrete Pläne schmiedet, will er sich zunächst die Gebarung des Bezirks näher ansehen. "Als vor zehn Jahren die ÖVP den Bezirk übernahm, gab es Rücklagen, jetzt stehen wir vor Schulden". Ob die Zukunftsvisionen des Grünen Bezirkschefs umsetzbar sind, wird sich spätestens am 21. Dezember zeigen, denn dann wird im Bezirk das Budget 2021 beschlossen. Fabisch hofft dabei auf die konstruktive Mitarbeit der Oppositionsparteien.

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