Er hatte gerade den Sieg eingetütet, den wohl wichtigsten Penalty seiner Karriere gehalten, die Schweizer ins EM-Viertelfinale gehext. Doch Yann Sommer rannte nicht gleich los und brüllte seine Freude heraus. Er machte mit seiner rechten Hand eine "Halt"-Bewegung. Doch warum wartete Sommer denn mit seinem Jubel?
Der 32-Jährige wollte sicher gehen, dass der Penalty nicht wiederholt werden muss. Denn das komplexe Regelwerk besagt, dass beide Füße der Goalies bei der Penaltyausführung auf der Linie sein müssen. Sobald der Schuss erfolgt, muss noch ein Fuß auf der Linie sein.
Sommer war sich dieser Regel klar bewusst. Auch, weil sich Schiedsrichter Fernando Rapallini Sommer und seinen französischen Kontrahenten Hugo Lloris vor Beginn des Elferschießens zur Brust genommen und ihnen genau diesen Umstand erklärt hatte. Rapallini war es auch, der die bereits losstürmenden Schweizer Teamkollegen noch zurückhalten wollte.
So wartete Sommer kurz ab, ob weder Unparteiischer, Linienrichter noch VAR etwas gegen seine Parade einzuwenden hatte. Da kam nichts, weil sich der Gladbach-Goalie genau richtig verhalten hatte, sein linker Fuß hatte noch auf der Torlinie gestanden. Dann durfte sein Jubel endlich raus – und bei allen anderen Schweizer Spielern und bei den Fans auch.