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Jugendliche feierten im Hohlraum einer Autobahnbrücke

Als Polizisten eine Fährte von Müll und Bierflaschen zu einer Autobahnbrücke aufgenommen haben, fanden sie die Überbleibsel einer wilden Party vor.
20 Minuten
08.06.2021, 06:45

Das Ausmaß der Party, von der die Polizei Rheinisch-Bergischer Kreis am Montag berichtete, sprengte nach Aussagen der Beamten "jegliche Vorstellungskraft". Völlig unbemerkt von der Öffentlichkeit hatten sich geschätzte 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Partymachen im Hohlkörper unter den Fahrspuren der Brücke im Schlingenbachtal versammelt und ließen es krachen, wie auch "Watson" berichtet.

Die Beamten hatten laut des Polizeicommuniqués gegen acht Uhr morgens mehrere Jugendliche und junge Erwachsene verfolgt, die zur Brücke unterwegs waren und "eine Fährte von Müll und Bierflaschen" hinter sich herzogen. Vor Ort kontrollierten die Beamten die jungen Leute, als sie plötzlich Musik wahrnahmen, die aus dem Hohlraum in der Brücke drang. Sie stellten fest, dass die Zugangstür beim Widerlage der Brücke am Talrand offenstand – der Schließmechanismus war vollständig ausgebaut worden und lag neben der Tür.

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Gleichzeitig bemerkten die Polizeikräfte, wie am gegenüberliegenden Brückenende Menschen aus dem rund 500 Meter langen Hohlkörper kletterten, und riefen Verstärkung durch die Kölner Polizei. Schließlich gelang es den Beamtinnen und Beamten, im Wald hinter der Brücke eine Gruppe von zwölf Personen zu kontrollieren, die unter anderem aus Köln, Düsseldorf, Duisburg und Offenbach angereist waren.

Strom von Versorgungsleitung abgeklemmt

Danach wurde der Hohlraum durchsucht. Die feiernde Menge war zwar bereits abgezogen, man stieß aber auf größere Mengen zurückgelassenen Müll wie Bierflaschen und Konfetti. Die kontrollierten Feiernden wurden wegen Hausfriedensbruch sowie diversen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung angezeigt.

Ob die Brücke durch die Party Schaden erlitt, konnte Sebastian Roggenbuck, Betriebsleiter der Autobahnmeisterei Overath, gegenüber der "Bergischen Landeszeitung" nicht angeben. Er ließ die Zugänge wieder sichern und gab an, auch andere Talbrücken mit vergleichbaren Hohlräumen nun "nochmals verstärkt unter Beobachtung zu nehmen". Die Partymacher hatten die Musik-und Lichtanlage an Versorgungsleitungen angeklemmt. Wenn es zu einem Brand oder Panik gekommen wäre, hätte die Party ein schlimmes Ende nehmen können.

Vermutlich hatten sich die Partygängerinnen und -gänger über soziale Netzwerke ausgetauscht und verabredet. Bereits am Wochenende zuvor hatte in Overath unterhalb einer Autobahnbrücke eine illegale Party stattgefunden. Laut der "Bergischen Zeitung" gibt es im Web Hinweise auf eine gut vernetzte Technoparty-Szene.