Jugendliche Trump-Fans verhöhnen Ureinwohner

Ein Handyvideo aus der Hauptstadt Washington empört derzeit die USA. Zu sehen ist eine Meute von Schülern mit Trump-Mützen, die einen Ureinwohner verhöhnen.

Die US-Amerikaner sind empört vom Verhalten einer Meute von Schülern, die gegen Ende des sogenannten Ureinwohner-Marsches einen Omaha-Stammesältesten umschwärmen und verhöhnen. Mehrere Handyvideos zeigen den Vorfall.

Zu sehen ist, wie mehrere Dutzend Burschen – viele von ihnen tragen die "Make Amerika Great Again"-Mützen von Trump-Fans – den Stammesältesten Nathan Philips umschwärmen, seinen Gesang nachäffen und verspotten. Einer der Burschen stellt sich mit breitem Grinsen direkt vor Philips hin.

Schüler von katholischer Privatschule

Am Wochenende fanden in der US-Hauptstadt Washington unabhängig voneinander zwei Märsche statt. Zum einen marschierten amerikanische Ureinwohner im "Indigenous Peoples March" für ihre Rechte, zum anderen fand ein "Marsch für das Leben" gegen Abtreibung statt. Die Schüler gehen auf eine katholische Privatschule und war offenbar geschlossen auf dem Anti-Abtreibungsmarsch.

Gegen Ende des Ureinwohner-Marsches trommelte und sang Philips auf der National Mall. Dabei wurden er und einige Begleiter von der Schülergruppe entdeckt. Wie Videos zeigen, gab es bereits vorher aggressive Wortgefechte zwischen einer Gruppe fundamentalistischer Afroamerikaner – die auch die Ureinwohner anpöbelten – und den Schülern.

Der Stammesälteste begann daraufhin seinen Trommeln und seinen Gesang und ging auf die Burschen zu. Die Schüler verspotteten Philips und seinen Gesang. Es soll auch "Baut die Mauer"-Sprechchöre gegeben haben.

"Hier gab es niemals Mauern"

Diese Äußerungen schmerzten Philips – der in Vietnam diente – besonders, wie er in einem späteren Video sagt. "Dies ist das Land der Ureinwohner, hier gab es niemals Mauern", sagt er mit Tränen in den Augen. "Ich wünschte, ich könnte diese Energie dieser jungen Menschen dabei sehen, wie sie unser Land wirklich größer und besser machen... indem sie denen helfen, die hungrig sind."

Einige von Philips Begleitern vom Ureinwohner-Marsch stellten die Burschen zur Rede, doch diese antworteten nur mit Spott. Als sie den Ort verlassen, sagt einer seiner Begleiter den Burschen: "Nur weil ihr das Land gestohlen habt, heißt es nicht, dass es eures ist." Einer der Schüler antwortet etwas hilflos: "Land wird gestohlen, so ist das immer in der Geschichte."

Die katholische Privatschule Bovington, die die Schüler besuchen, entschuldigte sich für den Vorfall und distanzierte sich vom Verhalten ihrer Schüler. Es werde eine Untersuchung geben, kündigte die Schulleitung an. Der Server der Schule brach zuvor unter der Last unzähliger Beschwerde-E-Mails zusammen. Auch auf sozialen Netzwerken sorgte der Vorfall für Wut.

(red)

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