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Julian Assange lebt seit zwei Jahren auf 20 m2

Heute Redaktion
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Bild: keine Quellenangabe

Wikileaks-Gründer Julian Assange hat mittlerweile zwei Jahre im Exil verbracht und muss dort wohl noch weiterhin verweilen - am Mittwoch bestätigte die Staatsanwaltschaft in Schweden den Haftbefehl. Trotzdem bereut er die Weitergabe der geheimen Informationen nicht. Im Interview mit Anke Engelke für ihre Talkshow "Anke hat Zeit" erzählte der Internet-Aktivist via Videozuschaltung, dass er mit seinen Enthüllungen der Welt zeigen wollte, wie sie wirklich ist.

erzählte der Internet-Aktivist via Videozuschaltung, dass er mit seinen Enthüllungen der Welt zeigen wollte, wie sie wirklich ist. 

Würde Julian Assange seine 20 Quadratmeter große Festung in der ecuadorianischen Botschaft in London verlassen, dann würde er festgenommen und nach Schweden ausgeliefert. Denn dort wird dem Gründer von Wikileaks eine Vergewaltigung vorgeworfen. Das ist allerdings - so zumindest Assange - nur ein Vorwand, damit die USA ihn juristisch belangen können. Zwei Jahre lang harrt er hier schon aus. Sein Fehler: Er hatte geheime Dokumente des US-Militärs und der US-Diplokmatie über Einsätze im Irak und in Afghanistan auf seiner Plattform online gestellt.

Haftbefehl bleibt aufrecht

Am Mittwoch prüfte ein schwedisches Gericht, ob der Haftbefehl gegen ihn aufgehoben werden soll. Den Antrag hatten die Anwälte des Australiers gestellt, mit dem Argument, die schwedischen Behörden hätten den Fall zu lange hinausgezögert. Das Gericht bestätigte jedoch den Haftbefehl. Die Anklage hatte sich gegen die Aufhebung des Haftbefehls ausgesprochen. Sie war sicher, dass sich Julian Assange dann der Befragung durch Flucht entziehen werde.

Exil ist körperliche Belastung

Langweilig würde ihm nicht werden, so Assange in Engelkes Interview. Denn er habe viel zu arbeiten. Körperlich sei es allerdings schon eine Herausforderung, auf einem so kleinen Fleckchen ruhig zu bleiben.

Wie er zum Aufdecker wurde

Nachdem er Berichte des Pentagons gelesen hatte, wurde ihm klar, dass die Medien und manche Menschen die Realität anders darstellen, als sie eigentlich ist. "Öffentliche Äußerungen von Pressesprechern, Journalisten oder auch Schriftstellern sind für die Öffentlichkeit bestimmt - mit dem Ziel, Dinge hervorzuheben, zu bestätigen oder sogar zu manipulieren", so Assange. Durch seine Enthüllungen wollte er zeigen, dass das Leben anders ist, damit Menschen ihres neu ausrichten können.

Google, FB und NSA übernehmen Macht

Deshalb findet er Aufdeckungen wichtig: "Die drei Titanen Google, Facebook und die NSA übernehmen sukzessive die Welt. Tagtäglich gehen weitere 1,5 Millionen Geräte mit Google-Betriebssystem ans Netz, vor allem Android-Handys. Diese Geräte schaffen eine Massenüberwachung von eineinhalb Milliarden Menschen über das Internet."

Dass er durch seine Arbeit aber nicht mehr frei ist, belastet ihn sehr: "Ich wäre gern wieder in der Lage, meine Familie und meine Kinder zu sehen. Das ist mein sehnlichster Wunsch."