Im Europaparlament in Straßburg hat Kommissionschef Juncker am Mittwoch Vormittag ein düsteres Bild gezeichnet. Die Union stecke in der Krise, die Mitgliedsstaaten würden sich zu oft auf nationale Interessen konzentrieren - es gebe zu wenige Bereiche, in denen solidarisch zusammengearbeitet werde.
Das "Brexit"-Votum der Briten sieht Juncker als Symptom dieser Krise. Die 28 Mitgliedsstaaten seien zerstritten darüber, wie Wirtschaftsflaute, Flüchtlingskrise und Terror-Gefahr bewältigt werden sollen, so die Diagnose des Top-Diplomaten.
Die EU sei nicht sozial genug, bemängelt Juncker. Chancen sieht der Kommissionspräsident aber bei neuen Initiativen für Wirtschaft und Arbeitsplätze sowie einer vertieften gemeinsamen Verteidigungspolitik.