Kleinlaut und durch das Haft-Übel offenbar geläutert zeigten sich ein 18-Jähriger Österreicher und ein staatenloser Syrer (20; Staatsbürgerschaft: staatenlos; Geburtsort: Damaskus) jetzt vor Gericht in Krems.
Der AMS-Geld-Bezieher (18) und der Mindestsicherungs-Bezieher (20) chillten lieber und feierten Partys als einer Arbeit nachzugehen. Und dennoch wollte der 20-Jährige nicht auf Designerklamotten und "Dolce vita" verzichten. Als der 20-Jährige kein Geld für Zigaretten mehr hatte, beschloss er laut Anklage: "Jetzt raub i ane aus."
Der 18-Jährige meldete zunächst Bedenken an, machte dann aber mit. Vor dem Raub noch schnell einen Joint gezogen, schritt das Duo im März in Krems zur Tat. Der 18-Jährige hielt dem 20-Jährigen die Türe am Kremser Parkdeck auf, damit der 20-Jährige blitzschnell zuschlagen konnte. Wuchtig riss der 20-Jährige einer 84-Jährigen die Handtasche von der Schulter und rannte davon. Die Seniorin kam dabei fast zu Sturz.
In der Handtasche waren 580 Euro (Anm.: Die Seniorin kam gerade von der Bank), das Duo teilte die Beute und warf die Tasche weg. Aber am Geldkuvert waren die Fingerabdrücke des wegen Raubes vorbestraften 20-Jährigen, der Staatenlose wurde geschnappt und verpfiff seinen Komplizen.
Beim Prozess in Krems versprach das vorbestrafte Duo Besserung. Das Urteil: Vier Jahre Haft, davon 16 Monate unbedingt. Die anderen Bewährungsstrafen wurden auf fünf Jahre Probezeit verlängert, statt widerrufen. Das Duo akzeptierte die Strafhöhe, die Staatsanwältin überlegt indes noch - somit nicht rechtskräftig.