Junglehrer planen weitere Demo gegen "Sparpaket"

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Die "Initiative für ein faires LehrerInnendienstrecht" warnte am Mittwoch anlässlich des Endes der Begutachtungsfrist, dass durch das neue Lehrerdienstrecht ein massiver Qualitätsverlust für die Schüler drohe. Jetzt planen die Junglehrer eine Demo Anfang Oktober, bei der sie die künftige Regierung dazu aufrufen, den als "Sparpaket" kritisierten Gesetzesentwurf "fundamental zu überarbeiten".

Die "Initiative für ein faires LehrerInnendienstrecht" warnte am Mittwoch anlässlich des Endes der Begutachtungsfrist, dass durch das neue Lehrerdienstrecht ein massiver Qualitätsverlust für die Schüler drohe. Die Junglehrer planen eine Demo Anfang Oktober, bei der sie die künftige Regierung dazu aufrufen, den als "Sparpaket" kritisierten Gesetzesentwurf "fundamental zu überarbeiten".

Es gehe nicht darum, dass Lehrer nicht zu zwei Stunden mehr Arbeit bereit wären. "Es geht um die Qualität der Bildung unserer Kinder." Und die sei durch die geplante Reform massiv bedroht - vor allem durch die höhere Unterrichtsverpflichtung, den Einsatz von Lehrern in Gegenständen, für die sie nicht ausgebildet wurden, und die neue Berufseinführung in der Induktionsphase, kritisierte Sprecherin Regina Bösch.

Der Ersatz des derzeitigen Unterrichtspraktikums durch die Induktionsphase werde zur massiven Überforderung junger Lehrer führen, warnte Bösch außerdem. Derzeit müssen Junglehrer maximal sieben Wochenstunden Unterricht in den Klassen ihrer Betreuungslehrer halten, zusätzlich den Unterricht anderer Lehrer beobachten und ein Begleitstudium an den Pädagogischen Hochschulen (PH) absolvieren. Künftig sollen Junglehrer 24 Stunden in eigenen Klassen unterrichten, den Unterricht vorbereiten sowie Konzepte und Beurteilungsschemata entwickeln, das Begleitstudium an der PH in der unterrichtsfreien Zeit kommt noch dazu.

Dienstrecht-Wahl eine Farce?

Verärgert sind die Junglehrer auch über die Darstellung der Regierung, wonach Junglehrer bis 2019/20 zwischen altem und neuem Dienstrecht wählen können. De facto würden nämlich alle, die bis dahin keinen unbefristeten Vertrag haben, zur Umstellung gezwungen - also auch Lehrer, die dann schon fünf Jahre lang mit den üblichen befristeten Ein-Jahres-Verträgen arbeiten oder einen Sondervertrag haben.

 
Künftig sollen alle Lehrer 24 Stunden in der Klasse stehen. Derzeit sind es an AHS und berufsbildenden mittleren Schulen (BMHS) 20 bis 22, wobei Stunden in betreuungsintensiven Fächern höher bewertet sind, was die Unterrichtsverpflichtung auf bis zu 17 Wochenstunden verringert. Die Anhebung auf 24 Stunden würde bedeuten, dass Lehrer zusätzliche Klassen und damit deutlich mehr Schüler betreuen müssen - ein Widerspruch zur von der Politik eingeforderten Individualisierung, so Bösch. "Die Qualität der Betreuung wird auf jeden Fall sinken." Verschärft werde das durch den Plan, dass künftig auch an den AHS und BMHS - wie schon jetzt an den Hauptschulen/Neuen Mittelschulen (NMS) - Lehrer auch zum Unterrichten in Fächern verpflichtet werden könnten, die sie nicht studiert haben.

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