Sie war als Juristin gefragt, führte ein Team und hatte viel Verantwortung. Als die 58-jährige Steirerin erkrankte und nicht mehr arbeiten konnte, geriet ihr Leben aus der Bahn. "Ich war geschäftlich immer sehr aktiv. Plötzlich fiel ich wegen meiner Erkrankung aus, ich hatte deshalb Minderwertigkeitsgefühle und wurde alkoholabhängig", erzählt die Frau, die sich wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung diese Woche am Straflandesgericht Graz verantworten musste. Psychische Probleme waren die Folge.
Als ihr Mietverhältnis aufgelöst wurde, konnte die Rechtsexpertin Recht von Unrecht nicht mehr unterscheiden. Sie soll im März mehrere Kleinbrände in Graz gelegt haben. Im Mai lief die Juristin dann richtig heiß und setzte einen Dachstuhl in Brand. DNA-Spuren am Tatort führten die Polizei auf die Spur der Grazerin. Zudem hatten nur sie und ihr Lebensgefährte Zugang zum Dach, in dem sie das Feuer gelegt hatte. Der Gerichtsgutachter schloss eine technische Ursache für das Feuer aus.
Die 58-Jährige gestand die Brandstiftung am Dachstuhl: "Ich muss es wohl gewesen sein." Die kleineren Brände will sie jedoch nicht verursacht haben. "Ich habe selbst panische Angst vor dem Feuer", überraschte sie laut "Kleine Zeitung". Sie wurde nicht rechtskräftig zu 21 Monaten Haft verurteilt, sieben davon unbedingt. Den Schaden von 17.000 Euro hat die Juristin beglichen.