"Just Dance 2022" im Test: Großer Sprung bleibt aus

Langsam wird es Zeit, dass die Tanzeihe Neues wagt. "Just Dance 2022" zeigt sich zwar spaßig, Spieler der Vorgänger verpassen aber nicht viel.

"Assassin's Creed" hat einen kompletten Wandel ab dem Serienteil "Origins" bereits hinter sich und momentan gibt es Gerüchte um einen kompletten Reboot, "Far Cry" wagte mit Teil 6 kleinere Neuerungen, ließ aber auch Innovationswünsche offen – und "Just Dance" ist einfach jedes Jahr ein neues "Just Dance". Ubisofts neuester Ableger "Just Dance 2022" ist wieder einmal Stimmung und Bewegungsdrang pur – zeigt aber auch, wie dringend Neues für die Tanzspiel-Serie wäre.

Wieder gibt es mit dem neuen "Just Dance" 45 neue Songs in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, zu denen Anfänger und Profis gleichermaßen das Tanzbein schwingen sollen. Die Abstimmung ist dabei einmal mehr gut gelungen: Klassiker sind mit "Last Friday Night" von Katy Perry oder "Believer" von den Imagine Dragons ebenso dabei wie Neuheiten, etwa die "Just Dance"-Version von "Nails, Hair, Hips, Heels" (Todrick Hall) oder "Happier Than Ever" von Billie Eilish.

Für Anfänger und Profis gleichermaßen

Bekannt ist die "Just Dance"-Reihe auch dafür, dass sie Neulinge ebenso wie Experten ins Boot holt. Auch "Just Dance 2022" bietet dabei verschiedene (optionale) Modi, in denen man abseits der perfekten Punktejagd einfach nur herumhampeln und Spaß haben darf, aber sich auch beinharte Duelle um jeden exakt platzierten Schritt mit Freunden und Fremden in aller Welt liefern kann. Das grundlegende Prinzip verändert sich nicht: Als Zocker soll man die Bewegungen am Bildschirm nachtanzen.

In der Testversion auf der Nintendo Switch erfolgt dies mit den Joy-Con, die man von der Konsole abkoppelt und einen an jedes Handgelenk per Sicherheitsschlaufe festzurrt. Die Controller erfassen, wie genau die Choreographie ausgeführt wird, am Ende eines jeden Songs gibt es dann Punkte dafür. Natürlich lässt sich auch schummeln: Wer nur die Hände statt den Körper im Rhythmus bewegt, kann ebenso gut zu hohen Bewertungen kommen. Mehr Spaß macht aber der wirkliche Tanz.

"Just Dance 2022" hat Erklärungsbedarf

Gespielt werden kann übrigens auf der Switch nicht nur im TV-Modus am großen Fernseher, sondern auch im Tabletop-Modus am Switch-Display, ein großer Vorteil der Nintendo-Version des Games. Apropos Vorteil: Den haben jährlich neue "Just Dance"-Versionen mit der Einführung von "Just Dance Unlimited" eingebüßt. Musste man sich zuvor die neuen Ausgaben wegen immer neuer Songs besorgen, bekommt man nun Hundert Songs über das Bezahl-Abo für das Spiel.

Mit dem Abo-Modell kommt aber "Just Dance 2022" auch in Erklärungsbedarf: Warum sollte ich mir das 2022er-Game kaufen, wenn ich "Just Dance 2021" besitze und das Abo nutze? Eine Antwort darauf konnte uns der neueste Ableger leider nicht liefern. Nicht falsch verstehen: "Just Dance 2022" ist toll, wenn man auf Tanzspiele steht und in die Reihe einsteigen will. Abseits der enthaltenen Songs spielt es sich aber fast komplett identisch wie die 2019er-, 2020er- und 2021er-Games.

Bekannte Modi, neue Grafik-Effekte

Was "Just Dance 2022" bietet, ist aus den Vorgängern bekannt. Grafisch hat sich im Vergleich zum Vorgänger bei "Just Dance 2022" so gut wie gar nichts geändert. Wieder geht es am Bildschirm flüssig, bunt und in knalligen Neon-Farben her. Während der Großteil der Kostüme und Hintergründe zwar schon bekannt sind, sorgen zumindest einige neue Szenen, die einem Animationsfilm – etwa in Form eines tanzenden 3D-Pandabärs – gleichen, für Abwechslung.

Neben dem Einzelspieler- und Kindermodus (eine Spaßmodus ohne Leistungsdruck) kann man sich dem Sweatmodus stellen, der eine Art Tanz-Workout bietet. Kalorienverbrauch und getanzte Zeit werden anzeigt, besonders schweißtreibende Beats abgespult. Bereits bekannt sind auch der Koop- und Online-Modus. Lokal kann man sich auf den meisten Plattformen zu viert, auf der Switch sogar zu sechst mit seinen Freunden bei den Songs messen. Online gibt es auch Wettbewerbe.

Nicht alles ist ein Sprung nach vorne

In einigen Bereichen hat "Just Dance 2022" im Vergleich zu den Vorgängern abgebaut: Der wenig Optionen bietende Kindermodus bietet nun noch weniger Songs und ein All-Star-Modus, wie er etwa "Just Dance 2020" bietet, wurde gestrichen. Etwas mehr "dekorieren" darf man aber zumindest: Mit absolvierten Tänzen und abgesahnten Punkten lassen sich allerlei Gimmicks wie Titel und Sticker für das eigene Ingame-Profil kaufen und auch Herausforderungen warten auf Fleißige.

Der Tanz-Hit "Just Dance 2022" macht Bewegungsfreudigen auch heuer wieder jede Menge Freude. Die Song-Auswahl ist super getroffen, die enthaltenen Modi holen alle Altersstufen ebenso wie Neulinge und Profis ab. Doch auch die traditionsreiche "Just Dance"-Serie muss langsam überlegen, wie ein "Neustart" aussehen könnte. Durch fehlende Innovationen finden nämlich Spieler der vorangegangenen Ausgaben kaum Gründe, sich die neueste Version zuzulegen. 

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