Justiz zahlte Häftling (28) Übernachtung in Hotel

Elir A. (28) fuhr von Suben (OÖ, Foto) nach Wien  und lehrt die Justiz das Sparen.
Elir A. (28) fuhr von Suben (OÖ, Foto) nach Wien und lehrt die Justiz das Sparen.Bild: Sabine Hertel, Clemens Oistric

Der verurteilte Räuber reiste alleine (!) mit dem Zug nach Wien und nahm sich ein Zimmer. Die Richterin staunte. "Heute" klärt die skurrile Episode auf.

Sein Zimmer in Suben (OÖ) ist für fünf Jahre und neun Monate reserviert. Nun musste der wegen eines Raubüberfalls inhaftierte Elir A. (Name geändert) in Wien noch einmal gegen einen möglichen Mittäter aussagen. Vor Gericht überraschte der 28-Jährige.

Häftling: "Ich habe im Hotel übernachtet"

„Wo sind denn Ihre Justizwachebeamten?", fragte ihn die Richterin. Antwort: „Ich bin alleine gekommen." Nachdem er alle Fragen zu dem Coup auf ein Wettbüro (er erbeutete 2012 circa 28.000 Euro) beantwortet hatte, verblüffte der Häftling die Juristin erneut, denn er wollte nicht nur eine Zeitbestätigung, sondern auch die Unterschrift für eine Spesenauszahlung. Hintergrund: „Ich habe im Hotel übernachtet."

Richterin und Kiebitze staunten

Wie bitte? „Warum wurde der Mann nicht einfach für die Zeit seines Wien-Aufenthalts in der Justizanstalt Josefstadt einquartiert", raunten Gerichtskiebitze. „Ich habe Freigängerstatus. Hätte ich im Gefängnis übernachtet, hätte das dem Steuerzahler weit mehr als die 87 Euro für Zug und Hotel gekostet", klärte Elir A auf. Der simple Hintergrund: „Ich arbeite untertags mittlerweile in einer Bäckerei. Abends kehre ich ins Freigängerhaus zurück. Da Straftäter von der Justiz nur einmal wöchentlich hin- und hertransportiert werden, wäre ich sieben Tage im Job ausgefallen. Das wollte ich nicht."

Von Häftlingen sparen lernen – eine witzige Episode …

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