Anwesenden im großen Schwurgerichtssaals des Wiener Landesgerichts war am Montag schnell klar, dass hier vor dem Richter ein Schwerkrimineller mit hohem Gewaltpotenzial sitzen soll. Seelenruhig nahm der großgewachsene Mann im graublauen Dreiteiler Platz. Dann äußerte sich der erst 21-Jährige abgebrüht detailreich zu allen Vorwürfen, die sich wie das gesamte Lebenswerk eines langjährigen Berufsverbrechers anhörten.
"Wir haben es hier mit einem sehr gefährlichen Serientäter zu tun. Insgesamt konnten wir Ali G. 54 Straftaten nachweisen, darunter schwere Raubüberfälle und der Mord an jenem Juwelier", so der Staatswanwalt. Am 14. Oktober 2020 starb dieser in Wien-Landstraße durch 19 Messerstiche.
"Ich bekenne mich schuldig. Durch meinen mittlerweile verstorbenen Onkel bin ich auf die schiefe Bahn gekommen", sagte der 21-Jährige. Besagter Onkel hatte ein Lokal in Serbien, in dem der Angeklagte schon als Kind kellnerte. Durch Tippgeber sollen dort Tatpläne für Einbruchstouren nach Wien geschmiedet worden sein. Ausgeführt haben soll die der Neffe. Und das laut Anklage mit Komplizen eiskalt, zielstrebig und äußerst brutal.
Durch DNA-Spuren auf einer weggeworfenen FFP2-Maske konnte der üblicherweise mit Brecheisen, Messer und Schraubenzieher bewaffnete Serbe schlussendlich überführt werden. "Mein Mandant hat nach seiner Festnahme mit den Behörden zusammengearbeitet, möchte sich bei allen Angehörigen der Opfer entschuldigen", führte sein Verteidiger Martin Mahrer aus.
Der Angeklagte wiederholte diese Entschuldigung in seiner Aussage nicht. Ihm drohen maximal 20 Jahre Haft, da der Mann noch als junger Erwachsener gilt. Ein Urteil soll am Mittwoch fallen. Die Unschuldsvermutung gilt.