Kabeg-Chefin Ines Manegold abberufen

Der Aufsichtsrat der Kärntner Krankenanstalten Betriebsgesellschaft (Kabeg) hat am Dienstag die sofortige Abberufung der Vorständin Ines Manegold beschlossen. Aufsichtsratsvorsitzende Michaela Moritz sagte, ein schwerwiegender Vertrauensverlust habe zu der Entscheidung geführt.

"Es wurden Fakten bekannt, die wir von namhaften Gutachtern geprüft haben lassen", sagte Moritz am Dienstag. Auf Details konnte sie mit Verweis auf die Verschwiegenheitspflicht nicht eingehen. "Es bestand die Pflicht zum umgehenden Handeln." Landeshauptmann Peter Kaiser und Gesundheitsreferentin Beate Prettner (beide SPÖ) stellten sich demonstrativ hinter die Entscheidung des Aufsichtsrats. "Die Schwere der Vorhalte (gegen Mangegold, Anm.) ließ keine andere Schlussfolgerung als die sofortige Abberufung zu", so Kaiser nach der Aufsichtsratssitzung vor Journalisten.

Kabeg behält sich weitere Schritte vor

Interimistischer Nachfolger wird ihr bisheriger Stellvertreter Martin Payer. Er war schon bisher Prokurist und Leiter der Kabeg-Finanzabteilung. Die Kabeg werde sich weitere Schritte gegen die frühere Chefin vorbehalten, so Moritz. Manegold galt als Vertraute der früheren FPK-geführten Landesregierung. Der Aufsichtsrat wurde nach den Ergebnissen der Landtagswahl im März politisch neu besetzt.

Ein Ausschreibungsverfahren für den Vorstandsposten soll nun "so schnell wie möglich" eingeleitet werden. Prettner wie Kaiser betonten, dass man alles tun werde, damit die personelle Entscheidung keine negativen Auswirkungen auf das Unternehmen hat. Manegold hatte das Gebäude noch vor Beginn der Pressekonferenz im Anschluss an die Aufsichtsratssitzung verlassen. Kommentieren wollte sie ihre Abberufung nicht.

Zuletzt stark unter Druck geraten

Die Kabeg-Vorständin war zuletzt in der sogenannten "Spitzelaffäre" unter Druck geraten, weil der Aufsichtsrat sie aufgefordert hatte, im entsprechenden Gerichtsprozess auszusagen, was bis dahin nicht zustande gekommen war. Die Kabeg hat die Ärztekammer geklagt, weil diese ein Protokoll veröffentlichte, dem zufolge Manegold 2010 einen Informanten in eine Betriebsversammlung am (damaligen) Landeskrankenhaus Klagenfurt entsandt habe. Manegold hatte die Vorwürfe stets bestritten. Die Vorständin war unter anderem auch wegen anderer Personalentscheidungen und Arbeitsgerichtsprozesse in die Kritik geraten.

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