2,5-Millionen-Euro Steuer-Betrug mit Oldtimer-Sammlung

75 Oldtimer, die meisten von der Marke Jaguar, häufte ein Unternehmer in seiner Garage an. Mit dem Verkauf verdiente er, ohne Steuern zu zahlen.

Der Kärntner Inhaber einer Firma für Estrichverlegungen muss sich wegen Steuerhinterziehung vor Gericht verantworten. Ihm und seiner Sekretärin drohen Haft- und hohe Geldstrafen. Ihnen wird vorgeworfen, Umsatzsteuer, Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Kapitalertragsteuer und Lohnabgaben in einer Gesamthöhe von rund 2,5 Mio. Euro nicht entrichtet zu haben.

So soll der Unternehmer Teile des Betriebsgeländes verwendet haben, um eine Oldtimer-Sammlung anzulegen, mit der er lukrativen Handel betrieb und zudem auch noch Restaurierungsarbeiten durchführen ließ. Die aus diesen Tätigkeiten resultierenden Einnahmen und Gewinne sollen dem Finanzamt gegenüber nicht offengelegt worden sein. Aufgrund der Größe der Sammlung wurden auch weitere Lagerräume angemietet, um die Fahrzeuge unterzubringen.

Zahlreiche Jaguar-Oldtimer aufgefunden

Eine Vielzahl der 75 Stück umfassenden Oldtimer-Sammlung befand sich im Eigentum des Unternehmers, dabei handelte es sich zum Großteil um Autos der Marke Jaguar. Die Kunden des Mannes waren allesamt sehr vermögend, vorwiegend Ärzte, Rechtsanwälte und Geschäftsleute zählten dazu. Aufgrund dieser Informationen führte die Steuerfahndung im vergangenen Juni Hausdurchsuchungen im Betrieb, am Wohnsitz des Unternehmers sowie seiner Sekretärin durch, um Beweise zu sichern.

Sekretärin führte Buch

Die Sekretärin bestritt zu Beginn der Durchsuchung sämtliche Vorwürfe und gab an, davon nichts zu wissen. Doch bei ihr fanden die Kontrollorgane das entscheidende Beweismittel: ein unscheinbares kariertes A4-Heft. Darin wurden im Zeitraum von 2011 bis 2020 sämtliche schwarz kassierten Einnahmen äußerst penibel aufgezeichnet. Auch eine Geldkassette mit Bargeld sowie mehrere Sparbücher des Beschuldigten wurden entdeckt. Der Unternehmer, bei dem zeitgleich die Hausdurchsuchung stattfand, war gleich von Beginn weg kooperativ und geständig. In seinem Betrieb wurden Unterlagen gefunden aus denen hervorgeht, dass nicht alle Löhne an die Mitarbeiter korrekt in der betrieblichen Lohnverrechnung erfasst wurden, sprich: schwarz ausgezahlt wurden.

Nach Auswertung aller Unterlagen im vergangenen November zeigten sich der beschuldigte Unternehmer und seine als Beitragstäterin beschuldigte Buchhalterin in Bezug auf ihre finanzstrafrechtliche Verantwortung umfänglich geständig. Zwischen 2011 und 2020 hinterzog der Unternehmer Umsatzsteuer, Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Kapitalertragsteuer und Lohnabgaben in einer Gesamthöhe von rund 2,5 Mio. Euro.

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