Kaffeesieder: Ex-Obmann zeigt Reue vor Gericht

Mildes Urteil für Maximilian Platzer (64): Der ehemalige Obmann des Klubs der Wiener Kaffeehausbesitzer zweigte über zwei Jahre lang insgesamt 251.465 Euro ab. Am Dienstag musste sich der Besitzer des Café Weimar wegen Untreue vor dem Landesgericht verantworten. Das rechtskräftige Urteil: Neun Monate bedingt und 3.600 Euro Geldstrafe.

„Das Ganze tut mir unheimlich leid“, gab sich Platzer (64) gleich zu Beginn der Verhandlung vor Richter Wolfgang Etl nicht nur beschämt, sondern auch äußerst reumütig. Der Cafetier bekannte sich voll schuldig.

Letzer Ausweg

Finanzieller Probleme waren vor rund zwei Jahre der Auslöser für den wiederholten Griff in die Vereinskasse: "Die wirtschaftliche Lage war nicht mehr so gut. Ich konnte die Löhne, Steuern und Krankenkassen-Beiträge für meine Angestellten nicht mehr zahlen", erinnert sich der Inhaber des Café Weimar. Also zweigte der Wiener mittels Bargeldbehebungen und Konto-Umbuchungen in Summe 251.456 Euro ab. "Es war mein letzter Ausweg", entschuldigt sich Platzer vor Gericht.

Urteil nach 42 Minuten

Über 116.000 Euro hat der langjährige Organisator des Kaffeesieder-Balls bereits zurück erstattet, den Rest zahlt er in monatlichen 2.000-Euro-Raten. Die Schulden hat Platzer somit in fünf Jahren und sieben Monaten getilgt.  Etwas schneller – nach 42 Minuten (!) – das rechtskräftige Urteil: Neun Monate bedingt plus 3.600  Geldstrafe. Der Richter wertete die Unbescholtenheit, Reumütigkeit und die volle Geständigkeit als strafmildernd. Auch sein Gewerbe darf der 64-Jährige weiter ausüben, damit er seine Schulden zurückzahlen kann – allerdings unter Vorbehalt einer dreijährigen Probezeit.

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