Niederösterreich

Kaiseradler-Nachwuchs – nur zwei Drittel überlebten

Nur zwei Drittel der Jungtiere überlebten bis zum Ausfliegen. Damit fiel die Brutsaison im Gegensatz zu den Seeadlern unterdurchschnittlich aus.
Erich Wessely
13.08.2023, 13:31
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Nachdem der WWF diese Woche eine positive Brutsaison bei den heimischen Seeadlern vermeldet hat, ist jene bei den Kaiseradlern "unterdurchschnittlich" ausgefallen. 42 heimische Kaiseradler-Paare brachten 47 junge Kaiseradler zum Ausfliegen, berichtete BirdLife Österreich am Sonntag in einer Aussendung. Nur knapp zwei Drittel (65 Prozent) der Jungadler überlebten bis zum Ausfliegen, das sind knapp 20 Prozentpunkte weniger als im Zehnjahresschnitt.

"Fortpflanzungserfolg deutlich geringer"

"Der Fortpflanzungserfolg ist deutlich geringer ausgefallen als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Das unterstreicht die Wichtigkeit regelmäßiger Bestandsaufnahmen und fortgeführter Schutzbemühungen", betonte Matthias Schmidt, Greifvogelexperte bei BirdLife Österreich. Störungen in der offenen Agrarlandschaft sowie das überaus nasse Frühjahr dürften dazu beigetragen haben. Junge, unerfahrene Kaiseradler, die sich erstmals im Brutgeschäft versuchen, scheitern häufiger.

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Weltweit gefährdete Art

Gerade aufgrund der geringen Fortpflanzungsrate stellt jeder einzelne Verlust eine zusätzliche Bedrohung für die weltweit gefährdete Art dar, warnte BirdLife. Nachdem der Kaiseradler bis zum Ende des 20. Jahrhunderts in Österreich ausgestorben war, etabliert sich seit 1999 eine heimische Population in den Tieflagen Ostösterreichs. Aber: "Während der majestätische Greif sein Verbreitungsgebiet Richtung Westen erweitert, verwaisen Reviere im Osten Österreichs", erläuterte Schmidt nun.

Um die Lebensraumnutzung und die Gefährdungsursachen zu überwachen, wurden diesen Sommer sieben der 47 österreichischen Jungadler mit GPS-Sendern versehen – zwei im Burgenland und fünf in Niederösterreich, davon drei im Nationalpark Donau-Auen. "Die Daten der Sender zeigen über die Jahre klar, dass illegale Tötungen die häufigste Todesursache sind", betonte Schmidt. Vor allem Abschüsse, gefolgt von Vergiftungen sind dafür verantwortlich, wie der jüngst erschienene Wildtierkriminalitätsbericht zeigt.

Immer mehr tödliche Unfälle mit Windkraftanlagen

Als weitere Gefährdungsursache gewannen vor allem Kollisionen in den Jahren an Bedeutung. Neben Unfällen mit Zügen nehmen jene mit Windkraftanlagen einen wachsenden Anteil ein. Im heurigen Jahr verunglückten zumindest vier Kaiseradler in Windparks, darunter auch ein besendeter.

Bei den Seeadlern brüteten heuer von den 60 heimischen Paaren 50 und brachten im Schnitt etwa einen Jungvogel zum Ausfliegen, hatte der WWF am Dienstag von einer Erholung bei dieser Population berichtet.

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