Blaulicht, Schreie, Chaos – im Kaisermühlentunnel boten sich in der Nacht auf den 30. Juli schreckliche Bilder. Im Zuge einer Einsatzübung der Asfinag, der Rettung, der Feuerwehr und der Polizei wurde ein echtes Horror-Szenario nachgestellt: eine Massenkarambolage in einem stockfinsteren Tunnel mit mehreren Verletzten. Verzweifelte Verkehrsteilnehmer irrten umher. Für die Einsatzkräfte war das Wichtigste, effizient und aufeinander abgestimmt zu handeln.
"Wir schauen, dass wir in einem realistischen Fall möglichst gut und rasch handeln", erklärt Asfinag-Einsatzleiterin Nicole Reeh im "Heute"-Talk. Alle vier Jahre müssen solche Unfallszenarien in Österreichs Tunneln geübt werden – genau das wurde in der Nacht im Kaisermühlentunnel getan: Gemeinsam mit Feuerwehr, Rettung und Polizei wurde eine Massenkarambolage unter möglichst realistischen Bedingungen nachgestellt. Extra dafür wurde der Kaisermühlentunnel zwischen 22:00 Uhr und 05:00 Uhr morgens gesperrt.
Statisten wurden dafür täuschend echt geschminkt und mit klaffenden Wunden versehen. Bewusst wurde darauf geachtet, das gesamte Szenario möglichst realitätsgetreu zu gestalten, um einen echten Einsatz nachzustellen. Auch gesetzlich sei diese Art der Übung so vorgesehen, wie Nicole Reeh erklärt.
Als zusätzliche Herausforderung wurde kurzfristig sogar das Licht im Tunnel abgeschaltet. Für die Einsatzkräfte bedeutete das erschwerte Bedingungen bei der Versorgung der Verletzten.
"Der Aufwand, bis man wirklich eine verletzte Person versorgen kann, verzögert sich. Da müssen wir noch besser trainieren und schneller werden. Die psychische Belastung ist schon sehr hoch bei so einem Einsatz", erklärt Michael Baci von der Wiener Berufsrettung.
Andrea Anders von der Wiener Polizei hält fest, warum solche Übungen immer wieder durchgeführt werden müssen: "Je öfter wir das Üben, desto eingespielter sind wir. Es muss alles Hand in Hand gehen."
Nach der Übung ist der Einsatz für die Organisationen noch nicht beendet. "Es findet auch eine Übungsnachbesprechung statt, bei der die Erkenntnisse der beteiligten Organisationen vorgebracht werden", erklärt Lukas Schauer von der Wiener Feuerwehr. Im Anschluss werden diese Erkenntnisse analysiert. "Wir können die Abläufe im Anschluss so besser aufeinander abstimmen."
Für Nicole Reeh ist die Übungsmöglichkeit besonders wertvoll: "Je öfter wir das üben, desto eingespielter werden wir", stellt sie fest.