Dramatische Szenen am Flughafen von Neu-Delhi: Polizisten nahmen Abhijeet Dipke, den Anführer der sogenannten "Kakerlaken"-Protestbewegung, direkt im Flugzeug fest – noch bevor er aussteigen konnte.
Zwei weitere Mitstreiter Dipkes wurden ebenfalls in Gewahrsam genommen. Sie wollten zu einer geplanten Massenkundgebung gegen die indische Wahlkommission anreisen.
Wie n-tv berichtet, steckt hinter dem skurrilen Namen der Bewegung ein brisanter Ausspruch des obersten indischen Richters Surya Kant. Dieser hatte junge Regierungskritiker und Arbeitslose während einer Anhörung als "Kakerlaken" und "Parasiten" bezeichnet.
Die Gruppe fordert den Rücktritt des Leiters der staatlichen Wahlkommission.
Die indischen Behörden gingen mit einem starken Polizeiaufgebot gegen die Protestierenden vor. Nach Angaben der Bewegung wurden dabei Tausende Menschen festgenommen.
Dipke und seine beiden Mitstreiter wurden mittlerweile wieder freigelassen. Ein Gericht entschied zugunsten der Aktivisten – sie müssen aber als Auflage ein Jahr lang "die öffentliche Ordnung nicht stören".
Der Konflikt dreht sich um die Bereinigung der Wählerlisten. Die Wahlkommission will dabei doppelte Einträge und Namen nicht wahlberechtigter Personen entfernen – was Kritiker als mögliche Manipulation ansehen.