"Unfug vom Wirtshaustisch"

Kalifat-Pläne in Österreich für Hacker "lächerlich"

Wie soll man mit Menschen umgehen, die aus Österreich ein Kalifat machen wollen? "Sich darüber lustig machen", meint Sozialstadtrat Hacker.

Wien Heute
Kalifat-Pläne in Österreich für Hacker "lächerlich"
Gesundheits- und Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ)
Denise Auer

"Kalifat ist die Lösung" skandierten Demonstranten kürzlich bei einer islamistischen Kundgebung in Hamburg. Das Kalifat ist eine Herrschaftsform, bei der die weltliche und religiöse Führerschaft in der Person eines Kalifen als Stellvertreter von Glaubensgründer Mohammed vereint sind. Auch in Österreich und vor allem in Wien wächst die Zahl derer, die dieser demokratie- und verfassungsfeindlichen Idee das Wort reden.

Hacker will sich über Kalifat "lustig machen"

Wiens Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ) machen diese Bestrebungen offenbar keine Sorgen. In einem Interview mit der "Krone" antwortet Hacker auf die Frage, wie man mit zugezogenen Menschen, die aus Österreich ein Kalifat machen wollen, umgehen soll: "Erstens einmal, sich lustig machen darüber, wie lächerlich das ist." Es gehöre zu unserer Kultur, so Hacker, "dass es keinen Unfug gibt, der nicht geredet wird am Wirtshaustisch". Und es sei "völlig egal, ob da ein ordentliches Krügerl steht oder ein Tee", so der Sozialstadtrat weiter.

Erstens ist es lächerlich. Zweitens, es ist nicht ernst zu nehmen.
Peter Hacker
Sozialstadtrat Wien

Auch die Demonstrationen in Deutschland, wo das Kalifat gefordert wird, bezeichnet Hacker als "lächerlich". "Erstens ist es lächerlich. Zweitens, es ist nicht ernst zu nehmen", so der Sozialstadtrat, räumt aber ein: "Wenn es wer ernst meint, muss man sagen: Dann such dir ein Land, wo es ein Kalifat gibt." In Österreich gelte das Grundprinzip, dass sich der Staat nicht in die Gläubigkeit seiner Bürger einmische. "Und die Religion mischt sich nicht in die Fragen des Staates ein", erklärt Hacker. Das Kalifat sei eine Diktatur der Religion – "und das ist daher vollkommen inakzeptabel."

35 Prozent der Volksschüler muslimisch – "Wurscht"

Dass sich in Wiens Volksschulen bereits mehr als jedes dritte Kind zum muslimischen Glauben bekennt (35 Prozent) und damit die katholischen Kinder mit nur 21 Prozent mittlerweile zu einer Minderheit gehören, ist für Hacker "Wurscht": "Jeder möge seine Religion ausüben, wie er will. Ich bin der Meinung, der Staat sollte sich nicht einmischen in die Religion, die Religion nicht in den Staat. Wäre übrigens ein Grundsatz unserer Verfassung", so der SPÖ-Politiker im "Krone"-Interview.

FPÖ ortet "gefährliche Gleichgültigkeit"

Die Aussagen Hackers bezüglich des Kalifats rufen die FPÖ auf den Plan. "Seine lapidare Bemerkung, dass Forderungen nach einem Kalifat 'lächerlich' seien und nicht ernst genommen werden sollten, zeigt seine gefährliche Gleichgültigkeit. Angesichts der Tatsache, dass islamistischer Extremismus in Wien längst Fuß gefasst hat, ist diese Einstellung unverantwortlich. Es ist kein Wunder, dass Wien unter diesen Bedingungen zur islamistischen Hochburg wird, wenn die Verantwortlichen die Gefahr verharmlosen und nicht ernsthaft bekämpfen", kritisiert FPÖ-Chef Dominik Nepp die Aussagen des Sozialstadtrats scharf.

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    Auf den Punkt gebracht

    • Der Wiener Sozialstadtrat Peter Hacker bezeichnet die Pläne einiger Menschen, in Österreich ein Kalifat zu errichten, als lächerlich und empfiehlt, sich darüber lustig zu machen
    • Er betont, dass der Staat sich nicht in die Religion seiner Bürger einmischen sollte und umgekehrt
    • Trotz des Anstiegs der muslimischen Schülerzahlen in Wiens Volksschulen zeigt sich Hacker unbeeindruckt und betont, dass jeder seine Religion frei ausüben solle
    red
    Akt.