Am kommenden Mittwoch muss sich ein 46-jähriger ungarischer Staatsbürger vor Gericht in St. Pölten wegen Quälen oder Vernachlässigen unmündiger, jüngerer oder wehrloser Personen, schwere Körperverletzung und Freiheitsentziehung verantworten.
Die Vorwürfe gegen die Pflegekraft wiegen schwer. Der Angeklagte soll im Tatzeitraum von Februar 2022 bis Dezember 2023 aggressiv und gewalttätig gegen Bewohner einer Behinderteneinrichtung im Bezirk Melk vorgegangen sein.
Opfer sollen laut Gerichtssprecherin Birgit Eisenmagen drei Männer gewesen sein. Einen Bewohner soll der Pfleger ins Gesicht geschlagen haben, so dass dieser mehrere Zähne verloren habe. Laut Anklage soll er die drei Bewohner "wiederholt und in einem nicht unerheblichem Zeitraum" in deren Zimmer eingesperrt haben. Weil ein Bewohner nicht trinken wollte, soll der Angeklagte ihm das Wasser "in den Mund gegossen" haben.
Ein weiterer Vorwurf: Der Angeklagte soll die Bewohner kalt abgeduscht haben. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Pfleger bis zu drei Jahre Haft, es gilt die Unschuldsvermutung.