Kälte-Welle kommt! Hier wird Wien eingeheizt

General Winter bläst zum Angriff auf Wien! "Heute" schaute daher in der Müllverbrennungsanlage Spittelau nach, ob "Wien Energie" fit für die kommende Kälte-Welle ist.

Ab Sonntag wird es in Wien noch einmal richtig kalt, die Temperaturen sinken in der Nacht auf unter minus 10 Grad. Viel heißer her geht es in der Müllverbrennungsanlage Spittelau von Wien Energie: Bei 1.200 Grad werden hier pro Tag bis zu 800 Tonnen Müll verbrannt – und daraus wohlige Wärme für rund 60.000 Haushalte erzeugt. Das sind 500 Gigawattstunden pro Jahr.

Mit über 100 Grad wird von hier aus das Wasser ins Fernwärmenetz eingespeist. Das AKH hat eine eigene Direktleitung – und bekommt das heißeste Wasser Wiens geliefert: 145 Grad!

So wird Mist zu Wärme: Die Müllwagen der MA 48 liefern den Hausmüll an, kippen ihn in einen Trichter. Dann rutscht der Mist in ein 22 Meter tiefes Silo, wird von Kranfahrer Harald Bauer und seine Kollegen mit einem Greifarm in die Verbrennungsöfen befördert. Dabei werden auch zu große Gegenstände wie Badewannen, Waschmaschinen oder Räder – einmal war sogar ein Auto (!) dabei – aussortiert. Bei der Verbrennung entsteht dann wohlige Wärme. Kommende Woche könnte der Rekord vom 3. Februar 2012 mit 2.400 Megawatt übertroffen werden.

Die Müllverbrennungsanlage Spittelau der "Wien Energie" versorgt 60.000 Haushalte mit Wärme.

Die wichtigsten Zahlen

- 250.000 Tonnen: Wenn diese Jahresabfallmenge im gesamten 9. Bezirk ausgeleert werden würde, dann wäre das kniehoch.

- Wärmeversorgung: 60.000 Haushalte können jährlich mit Wärme und Warmwasser versorgt werden / 500 Gigawattstunden Wärmeproduktion pro Jahr

- Stromversorgung: 50.000 Haushalte können jährlich mit Strom versorgt werden / 120 Gigawattstunden Stromproduktion pro Jahr

- Fernwärme Spittelau ist Hauptversorger des AKH mit Wärme und Kälte und Drehscheibe für die Wärme- und Kälteversorgung der nördlichen und westlichen Wiener Bezirke.

- Rund 50 Prozent der jährlich erzeugten Energiemenge aus der Müllverwertung stammen aus biogenen bzw. erneuerbaren Quellen.



Informationen zur Historie



Die ursprüngliche Anlage wurde 1969 bis 1971 errichtet. Im Jahr 1987 wurden durch einen Brand, ausgelöst durch Flämmarbeiten, große Teile der Müllverbrennungsanlage zerstört.



Am 2. Februar 1988 gibt der damalige Bürgermeister Helmut Zilk bekannt, dass Friedensreich Hundertwasser die künstlerische Gestaltung der neu zu bauenden Müllverbrennungsanlage Spittelau übernehmen werde.



Sie wurde am selben Standort nach neuesten umwelttechnischen Standards wieder erbaut, denn in der Spittelau ist die Fernwärmetechnik vorhanden – und: Der Müll wird genau dort verbrannt, wo er entsteht. Mitten in der Stadt.



Die Anlage verfügt über eine der weltweit modernsten Rauchgasreinigungsanlagen – die hohen Ansprüche bei Umweltschutz und Technik waren für Hundertwasser die Voraussetzung, die Gestaltung zu übernehmen – und das gemäß seiner idealistischen Einstellung kostenlos.



Am 2.12.1992 wurde die Spittelau wiedereröffnet und zählt seitdem zu einem der Top-Wiener Wahrzeichen. (ck)

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