Kälteeinbruch sorgt für Rekord bei Windstrom

Eine Hochspannungsleitung und Windkrafträder vor einem Rapsfeld. Aufgenommen am 3. Mai 2019.
Eine Hochspannungsleitung und Windkrafträder vor einem Rapsfeld. Aufgenommen am 3. Mai 2019.Bild: picturedesk.com/dpa/Julian Stratenschulte

Am Sonntag konnte die Windkraft erstmals in der Geschichte der österreichischen Windstrom-Erzeugung 46 Prozent des heimischen Energieverbrauchs decken.

So ungemütlich das Bibber-Wetter in Österreich aktuell ist, hat es doch einen erfreulichen Nebeneffekt und sorgt dabei auch für einen neuen Rekord: Am ersten Sonntag im Mai konnte die Windkraft mit einer Strommenge von 63 Millionen Kilowattstunden 46 Prozent des heimischen Stromverbrauchs decken. Das meldet die IG Windkraft mit Sitz in St. Pölten (NÖ) in einer Aussendung. Im Europa-Vergleich erreichte nur Dänemark einen höheren Anteil.

"Das ist die höchste je in Österreich gemessene Windstromerzeugung an einem Tag", zeigt sich Geschäftsführer Stefan Moidl erfreut: "Wie viel die Windkraft bereits heute zur Stromerzeugung beitragen kann, zeigte sich gestern [Sonntag, Anm.] in beeindruckender Weise".

"Warten auf das 'Go' der Politik"

Über das Jahr gesehen können die mehr als 1.300 österreichischen Windräder mit einer Strommenge von rund 7 Milliarden Kilowattstunden bereits 11 Prozent der heimischen Stromversorgung decken. Bis 2030 könnte der Anteil der Windkraft – mit passenden Rahmenbedingungen – sogar schon etwas mehr als ein Viertel des heimischen Energiebedarfs decken, so die IG Windkraft weiter.

Der Anteil der Windkraft am Energiemix am 5. Mai im EU-Vergleich

"Damit die Stromversorgung über das ganze Jahr zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie gedeckt werden kann, ist eine zielstrebige und ambitionierte Politik gefragt", so Moidl weiter. 200 bereits genehmigte Anlagen könnten umgehend aufgestellt werden, erklärt die Interessenvertretung. Einzig das "Go" der Politik zur Freigabe der Fördermittel stünde dem noch im Weg.

"Testversuche können wir uns nicht leisten"

Und: Man warte sehnsüchtig auf den Entwurf des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes 2020, dessen Erarbeitung die türkis-blaue Bundesregierung im Dezember 2018 beschlossen hatte. Dieses soll als gesetzliche Grundlage für den weiteren Ökostromausbau dienen, um bis 2030 eine 100 Prozent erneuerbare Stromversorgung zu erreichen.

"Um die Windkraft bis 2030 auf 7.500 MW ausbauen zu können, muss das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz von Beginn an funktionieren", fordert Moidl: "Testversuche können wir uns nicht leisten. Es bleibt viel zu tun."

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(red)

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