Oliver war beim Hinspiel im Europa-League-Halbfinale zwischen der Roma und Bayer Leverkusen im Einsatz. Als der 38-Jährige beide Teams ins ausverkaufte Olympiastadion führte, ließ Oliver Millionen von Fußballfans weltweit verwundert zurück. Denn der Schiedsrichter hatte eine GoPro um die Brust geschnallt.
Auch beim darauffolgenden Münzwurf trug der britische Unparteiische die Bodycam. Fans freuten sich bereits auf noch nie dagewesene Live-Bilder aus dem Spiel. Bilder, die die Perspektive des Schiedsrichters abbilden könnten.
Doch dazu kam es nicht. Denn Oliver legte den Brustgurt mitsamt der Kamera noch vor dem Anpfiff wieder ab und leitete die Begegnung ohne Spezialkamera – die Roma feierte schließlich einen 1:0-Heimerfolg durch den Treffer von Edoardo Bove (62.).
Zunächst war unklar, warum Oliver die Kamera trug und noch vor dem Anstoß wieder ablegte, gegenüber der "Bild" klärte nun aber ein Sprecher der UEFA auf. "Die Kamera diente dazu, Aufnahmen für ein Werbevideo für eine Schiedsrichter-Kampagne zu machen. Weitere Informationen über die Kampagne werden im Herbst veröffentlicht", hieß es vonseiten des europäischen Fußballverbands. Klar ist nur, dass die "Bedeutung von Schiedsrichtern für den Fußball und die Notwendigkeit, Schiedsrichter zu halten" kommuniziert werden sollen.
Damit warten Fans weltweit nach wie vor auf die Premiere einer Bodycam bei einem Schiedsrichter auf höchstem Niveau. Bisher wurden vergleichbare Kameras nur in unteren englischen Ligen und bei einem MLS-Auswahlspiel eingesetzt.