Österreich

Kampf dem Müll: Grüne wollen "Wien Becher"

Täglich landen 200.000 Einweg-Kaffeebecher im Wiener Müll, so entsteht in Wien ein Müllberg von 988 Tonnen jährlich. Zu viel, sagen die Grünen.

Heute Redaktion
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Im Schnitt haben die hunderttausenden Kaffee-Einwegbecher eine Gebrauchsdauer von 15 Minuten, am Müllberg liegen sie dann aber mehrere Jahrzehnte, so die Wiener Grünen. Ihr Vorschlag: der "Wien-Becher". Das würde den Müllberg verkleinern - und den Kaffee sogar günstiger machen, sind sie überzeugt.

Die Grünen Wien wollen den Müllberg um die Hälfte in den kommenden fünf Jahren reduzieren. "Mit dem so genannten ,Wien-Becher' kann der Kaffee am Morgen genossen werden, der Becher landet dann aber nicht im Müll, sondern kann wieder verwendet werden", so Peter Kraus, Wirtschaftssprecher der Grünen Wien.

Sie haben zwei Vorschläge erarbeitet:

Modell 1: der „Wien-Becher" als Pfandbecher

- Hier kommen Pfand-Becher zum Einsatz, die im Kaffeehaus gekauft und wiederbefüllt werden können. Beim Zurückgeben bekommt man den Pfand wieder zurück.

- Die Stadt beteiligt sich am Aufbau eines Pfand-Systems, ähnlich wie Plastik-Mehrwegbecher bei großen Veranstaltungen in Wien.

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Modell 2: der „Wien-Becher" als Mehrweg-Becher

- Hier kommen Mehrweg-Becher zum Einsatz, die wiederverwendbar und aus nachhaltigen Materialien produziert sind. Die Stadt Wien kann diese Becher zum Einkaufspreis anbieten und an spezielle Personengruppen (beispielsweise alle ErstwählerInnen) als positiven Anreiz auch gratis abgeben.

- Bei jedem Kaffee-Kauf bekommt der Kunde/die Kundin einen Rabatt. Im Cafe Jonas Reindl wird das bereits genauso gehandhabt: beim mitgebrachten Becher gibt es 20 Cent Rabatt.

- Die Stadt könnte hier mit einheitlichem „Wien-Becher" einen Standard setzen, der bei ausgewählten Partnerbetrieben akzeptiert wird.

Erstaunliche - und erschreckende - Rechenbeispiele

Wenn alle täglich verbrauchten Wiener Einwegbecher übereinander gestapelt werden, wäre dieser Turm 20.000 Meter hoch - oder:

- 147 mal die Höhe des Stephansdoms

- Insgesamt ein Turm, der vom Marianengraben bis zum Mount Everest reicht

Wenn alle täglich verbrauchten Einwegbecher nebeneinander gestellt werden, sind das 14 Kilometer oder

- drei Mal rund um den Ring

- vom Cafe Jonas Reindl zu Fuß bis zur Seestadt

"Und das alles jeden Tag!", so Kraus.

(Red)

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