Kanye West (49), der auch unter seinem Künstlernamen "Ye" bekannt ist, sorgt wieder für Schlagzeilen. Der 49-jährige US-Rapper hatte zwei Konzerte am 10. und 11. Oktober in der Gazprom Arena in St. Petersburg angekündigt. Die Auftritte sollten die ersten eines westlichen Künstlers in Russland seit Beginn des Ukraine-Krieges im Februar 2022 sein.
Alle 140.000 Tickets für die Shows waren bereits verkauft. Die Preise lagen zwischen umgerechnet 100 und 1600 Euro. Doch jetzt drohen die Konzerte zu platzen.
Die Gazprom Arena teilte auf ihrer Website mit, es seien gar keine Mietverträge mit dem Veranstalter unterschrieben worden. "Dementsprechend kann das Konzert nicht auf unserem Gelände stattfinden", so das Stadion.
Der Moskauer Veranstalter Say Agency reagierte überrascht auf diese Mitteilung. "Wir haben davon zur gleichen Zeit erfahren wie Sie - durch die Medien", erklärte die Agentur. Die Frist für die Vertragsunterzeichnung läuft erst am Mittwoch aus. "Derzeit ist das Ye-Konzert nicht abgesagt!", so die Veranstalter.
West hat in den vergangenen Jahren mit Antisemitismus und Nazi-Skandalen schockiert. Er bezeichnete sich selbst als Nazi, verkaufte T-Shirts mit Hakenkreuzen und veröffentlichte einen Song mit dem Titel "Heil Hitler". In Europa wurden deshalb mehrere Auftritte abgesagt - unter anderem in England, Frankreich, Italien, Polen und der Schweiz. Auch Australien verweigerte ihm das Visum.
Während der Rapper im Westen zunehmend Probleme hat, feierte er in ehemaligen Sowjetrepubliken zuletzt Erfolge: In Tiflis zog er 70.000 Fans an. Ob die russischen Fans ihr Geld zurückbekommen, falls die Konzerte tatsächlich abgesagt werden, ist noch unklar.