Kanzler-Appell, aber Wien bleibt bei Sperrstunde 1 Uhr

Michael Ludwig und Peter Hacker (SP): In Wien darf weiter bis 1 Uhr Früh gefeiert werden.
Michael Ludwig und Peter Hacker (SP): In Wien darf weiter bis 1 Uhr Früh gefeiert werden.Picturedesk
Die Bundesländer Vorarlberg, Salzburg und Tirol verlegen aufgrund der steigenden Corona-Zahlen die Sperrstunde auf 22 Uhr vor. Wien bleibt bei 1 Uhr.

Die von der ÖVP regierten Bundesländer Vorarlberg, Salzburg und Tirol greifen bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie hart durch und verlegen die Sperrstunde auf 22.00 Uhr vor - "Heute" berichtete. Die Entscheidung ist Ländersache, Bundeskanzler Sebastian Kurz (VP) soll diese Entscheidung der drei Bundesländer aber begrüßen.

Wien geht aber, wie auch das türkise Oberösterreich, einen anderen Weg. Die Sperrstunde bleibt bei 1 Uhr – vorerst, wie es aus dem Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) auf "Heute"-Anfrage heißt. Auch Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) sprach sich am Diensatg gegen eine "Hü-Hott-Politik" aus, bei der man bestehende Maßnahmen permanent ändern würde. Es brauche "eine Situation, an der man sich orientieren kann", so Ludwig, die politischen Entscheidungsträger müssten gemeinsam auftreten. Man beobachte die Situation in der Gastro.

Hacker fordert Registrierungspflicht im Gastrobereich

Die Erklärung aus dem Büro des Stadtrats: "Die Sperrstunde ist nicht so entscheidend. Viel wichtiger ist, dass die Regeln eingehalten werden. Die derzeit geltenden Regeln, werden, sofern konsequent eingehalten, Wirkung zeigen. Wichtig war, dass man nun eine Handhabe gegen geschlossene Gesellschaften hat. Weiters wichtig ist unsere Forderung nach einer Registrierungspflicht im Gastrobereich. Dann könnte man ein rasches Contacttracing machen. Ist leider in der derzeitigen Fassung des Epedemiegesetzes nicht enthalten."

Problem: Das von Hacker angesprochene "konsequente Einhalten der geltenden Regeln" ist in Wien beim Partymachen aber nicht immer im Fokus der Nachtschwärmer. Wie mehrfach berichtet, hält sich bei den "Privatpartys" in diversen Clubs der Stadt kaum jemand an Abstands- oder Hygieneregeln.

Mit 205 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden ging die Zahl der neuen Corona-Fälle in Wien nun erstmals wieder etwas zurück.

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