Den Auftakt im U-Ausschuss sollen die beiden "Ibiza-Hauptdarsteller", Ex-FPÖ-Chef und Ex-Vizekanzler Heinz Christian Strache sowie Ex-FPÖ-Politiker Johann Gudenus machen. Außerdem soll "Falter"-Chefredakteur Florian Klenk für den Beginn geladen werden, da er das "Ibiza"-Video gesehen hatte. Die Parteien gehen dabei davon aus, dass eine Befragung dazu möglich sein, weil das Thema nicht unter das Redaktionsgeheimnis falle. Das Trio soll schon am 4. Juni befragt werden.
Auf der avisierten Ladungsliste finden sich danach noch zahlreiche prominente Namen. Am 5. Juni sollen Milliardärin Heidi Goess-Horten, Novomatic-Gründer Johann Graf und Waffen-Gigant Gaston Glock, deren Namen beziehungsweise Unternehmen im "Ibiza"-Video im Zusammenhang mit (jeweils dementierten) FPÖ-Spenden gefallen waren, im U-Ausschuss befragt werden, so Kai Jan Krainer (SPÖ) und Stephanie Krisper (NEOS) am Dienstag bei einer Pressekonferenz.
An danach folgenden Tagen sollen eine Reihe an Casinos-Austria-Vertretern sowie weitere Personen aus der Glücksspielbranche Licht in angebliche Postenschacher bei der "Casinos-Affäre" bringen. Nicht minder brisant soll es dann ab 24. Juni werden: Auf der Liste finden sich da die Namen von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Ex-Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) sowie einen Tag später Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP).
Dazwischen und danach sollen auch noch weitere FPÖ-Politiker sowie mächtige Aufsichtsräte und Vorstände von Unternehmen als Auskunftspersonen bereitstehen. Unklar ist, wer wirklich zum U-Ausschuss erscheinen wird. SPÖ und NEOS wollen den Ladungsantrag am Mittwoch im Nationalrat einbringen. Im Ausschuss, wo ÖVP und Grüne die Mehrheit stellen, muss die Liste allerdings erst abgenickt werden. Auch die anderen Parteien können noch Zeugen laden.