Kanzlerfest trotz Asylchaos wieder rauschend

So wie jedes Jahr feierte sich die Sozialdemokratie selbst beim Sommerfest im Gartenhotel Altmannsdorf. Trotz aller Kritik wurde das "Kanzlerfest" am Freitagabend nicht abgesagt. Vor der Party in Rot waren Stimmen - auch aus den eigenen Reihen - laut geworden, die ein Feiern anlässlich des Flüchtlingschaos' als unpassend bezeichneten.

So wie jedes Jahr feierte sich die Sozialdemokratie selbst beim Sommerfest im Gartenhotel Altmannsdorf. Trotz aller Kritik wurde das "Kanzlerfest" am Freitagabend nicht abgesagt. Vor der Party in Rot waren Stimmen - auch aus den eigenen Reihen - laut geworden, die ein Feiern anlässlich des ' als unpassend bezeichneten.

Neben Parteichef und Bundeskanzler Werner Faymann, den SPÖ-Ministern und -Landesvertretern erschienen wie gewohnt Prominente aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst. Der oberste Gewerkschafter des Landes, Erich Foglar, war genauso anwesend wie Rechnungshofpräsident Josef Moser, die omnipräsente Kammersängerin Birgit Sarata, Kabarettist Alexander Bisenz, Orgien-Mysteriker Hermann Nitsch, ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz oder der erschlankte TV-Physiker Werner Gruber.

Ein paar Absagen

Allerdings hatte es im Vorfeld ein paar Absagen gegeben. Rote Granden wie Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser oder Burgenland-Chef Hans Niessl erschienen nicht, ebenso wenig Ex-SPÖ-Finanzminister Hannes Androsch und Altkanzler Franz Vranitzky. Teils wegen der Flüchtlingsmisere, teils wegen Terminkollisionen.

Flüchtlinge als großes Thema

In seiner Eröffnungsrede lobte Faymann das große Engagement seiner Partei in Sachen Asyl, allen voran die tatkräftige Wiener Landesgruppe mit Bürgermeister Michael Häupl. Vor allem die Bundeshauptstadt nimmt seit Jahren mehr Asylwerber auf, als es die vereinbarte Quote verlangen würde. Faymann empfand das Fest in Zeiten der Flüchtlingsmisere nicht als Geldverschwendung, das fehlende Geld sei nicht das Problem, so der Kanzler. Und neben der Party war durchaus Zeit für den einen oder anderen ernsten Gedanken.

Kritik sehr begrenzt

Die Proteste vor Ort waren bescheiden. Im Garten des Hotels zeigte die Parteijugend ein Transparent mit der Aufschrift "Willst du hier dein Kind zur Welt bringen?", und die NEOS richteten vor der Location eine "Baustelle" als Symbol für unerledigte Probleme ein.

SPÖ-Frauenwahlprogramm

Im Rahmen ihres Sommerfests hatten schon am Donnerstagabend die Wiener SPÖ-Frauen ihr Frauen-Wahlprogramm für die Wiener Landtags- und Gemeinderatswahl präsentiert. Zu den wichtigsten Punkten zählen: Gerechtigkeit für Frauen am Arbeitsplatz, bessere Aufstiegschancen, gleiche Bildungschancen für alle, noch mehr Maßnahmen für Frauengesundheit, die Entwicklung Wiens in eine Stadt des Wissens sowie das Plädoyer für eine Stadt der Vielfalt und ohne Gewalt.

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