Zum ersten Mal seit Jahrhunderten ist dem höchsten Vertreter der katholischen Kirche im Heiligen Land der Zugang zur Grabeskirche in Jerusalem verwehrt worden. Kardinal Pierbattista Pizzaballa wollte am Palmsonntag die traditionelle Messe in dem bedeutenden Gotteshaus feiern.
Doch israelische Polizisten hielten den Italiener an und forderten ihn zur Umkehr auf. Das Lateinische Patriarchat von Jerusalem bezeichnete den Vorfall als "schwerwiegenden Präzedenzfall" und "völlig unverhältnismäßige Maßnahme".
Wie n-tv.de berichtet, hat der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu dem Kardinal nun doch den "vollständigen und sofortigen Zugang" zur Grabeskirche zugesichert. Er habe die zuständigen Behörden entsprechend angewiesen.
Als Grund für die ursprüngliche Sperrung nannte Netanjahu den Iran-Krieg. "In den vergangenen Tagen hat der Iran wiederholt die heiligen Stätten aller drei monotheistischen Religionen in Jerusalem mit Marschflugkörpern ins Visier genommen", erklärte er auf der Plattform X. Bei einem Angriff seien Raketensplitter wenige Meter von der Grabeskirche entfernt eingeschlagen.
Die Maßnahme löste heftige Reaktionen aus. Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Spaniens Premier Pedro Sánchez äußerten sich verärgert. Italiens Außenminister Antonio Tajani bestellte den israelischen Botschafter in Rom ein.
Die Grabeskirche zählt zu den größten Heiligtümern des Christentums. Sie steht an dem Ort, wo Jesus Christus der Überlieferung nach seinem Tod am Kreuz begraben worden sein und wiederauferstanden sein soll.