Kardinal Schönborn für mehr Miteinander der Religionen

Kardinal Christoph Schönborn, Erzbischof von Wien.
Kardinal Christoph Schönborn, Erzbischof von Wien.(Bild: Helmut Graf)
Immer wieder kommt es vor, dass Gotteshäuser von mehreren Religionen beansprucht werden. Christoph Schönborn heute über die Hagia Sophia in Istanbul.

So ist sie also wieder eine Moschee, die ehemals größte Kirche der Christenheit, das unvergleichliche Juwel im Herzen von Istanbul. Der gewaltige Kuppelbau aus dem 6. Jahrhundert war bis 1453 die Hauptkirche des oströmischen Reichs. Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Türken wurde sie eine Moschee. So blieb es bis 1934, als Kemal Atatürk sie zum Museum machte.

Präsident Erdogan hat sie, einem Gerichtsentscheid folgend, wieder zur Moschee erklärt. Papst Franziskus hat das mit knappen Worten kommentiert: "Es schmerzt mich sehr."

Politik und Religion haben immer wieder um Gotteshäuser gestritten und gekämpft. Muslime wünschen sich, dass die ehemalige große Moschee von Cordoba in Spanien, heute eine Kirche, wieder eine Moschee wird. Die Kirche St. Leopold in Wien II. wurde an der Stelle einer Synagoge errichtet, nach der Vertreibung der Juden aus Wien im Jahr 1670. Blutig verlief 1992 die Zerstörung der Moschee in Ayodhya in Indien durch Hindus. Die Liste lässt sich leider verlängern. Ein Traum wäre es, wenn die Hagia Sophia ein Zentrum der Begegnung der Religionen würde. Es wäre für alle ein Sieg und ein Segen.

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