Kardinal Schönborn gedenkt einer heiligen Visionärin

Kardinal Christoph Schönborn gibt Antworten.
Kardinal Christoph Schönborn gibt Antworten.
(Bild: Helmut Graf)
Kardinal Christoph Schönborn gedenkt Hildegard von Bingen und macht darauf aufmerksam, dass ihr Wissen über Kräuterkunde und Ernährung hinaus ging.

Angeblich war das Mittelalter eine finstere Zeit. Oft frage ich mich, ob unsere Zeit der Weltkriege und der Umweltzerstörung nicht einmal als besonders finster bezeichnet werden wird. Am Donnerstag war der Gedenktag der Hildegard von Bingen. Diese Frau des 12. Jahrhunderts gehört zu den erstaunlichsten Gestalten der Geschichte. Vielen ist die Hildegard-Medizin bekannt. Die kräuterkundige Nonne gilt heute als Geheimtipp für gesunde Ernährung.

Wenig bekannt ist, dass die mittelalterliche Klosterschwester ein umfassendes Wissen über Theologie, Medizin, Naturkunde, Kosmologie und Musik hatte. Sie hat in ihrer Zeit viel bewegt, schrieb Bücher, predigte und komponierte, hatte Briefkontakte mit dem Kaiser und dem Papst, war eine gefragte Beraterin. Eine starke und durchaus unbequeme Frau, die den Mächtigen ins Gewissen geredet hat!

Eine Visionärin für unsere Zeit

Hildegard hatte vor allem ein tiefes Gespür für die Zusammenhänge. Sie nahm den ganzen Menschen in den Blick, Leib und Seele, und unsere Verbundenheit mit der ganzen Schöpfung. Sie warb für einen ausgewogenen Lebensstil. Nicht umsonst sehen viele in ihr eine Visionärin für unsere Zeit.

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