Kardinal Schönborn über Allerheiligen im Corona-Jahr

Kardinal Christoph Schönborn 
Kardinal Christoph Schönborn (Bild: Helmut Graf)
Christoph Schönborn gedenkt derer, die in Zeiten von Corona alleine gestorben sind. Er erinnert daran, dass das Totendenken möglich und wichtig ist.

Allerheiligen ist nahe. In diesen Tagen besuchen viele Menschen die Gräber ihrer Lieben. Beim Friedhofsgang schmücken sie die Gräber mit Blumen und Gestecken, zünden Kerzen an, denken an die Verstorbenen. Die Corona-Zeit hat das Abschiednehmen freilich nicht leichter gemacht. Es bleibt schmerzlich, dass Menschen ohne ihre Angehörigen gestorben sind, ohne den Trost der Familie. Selbst die Beerdigung konnte nur im engsten Kreis stattfinden. Umso wichtiger ist jetzt die Trauer-Zeit, der Gang zu den Gräbern.

Machen die steigenden Infektionszahlen dieses Jahr auch das Totengedenken unmöglich? Sicher nicht den Besuch der Gräber, wenn auch nicht in großen Scharen! Und sicher nicht das Gebet für die Verstorbenen, das gemeinsame Gedenken an die, die uns vorausgegangen sind! Allerseelen erinnert uns daran, dass wir alle sterblich sind. Ich liebe das Kirchenlied, in dem es heißt: "Wir sind nur Gast auf Erden und wandern ohne Ruh mit mancherlei Beschwerden der ewigen Heimat zu." Das ist nicht nur traurig. Es ist auch ein Trost zu wissen, dass unser oft mühevoller Lebensweg ein gutes Ziel hat. Diese Trauer-Zeit ist auch Hoffnungs-Zeit.

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