Kardinal Schönborn: Ist Corona eine Strafe Gottes?

Kardinal Christoph Schönborn während dem Pfingsthochamt 2019 im Wiener Stephansdom.
Kardinal Christoph Schönborn während dem Pfingsthochamt 2019 im Wiener Stephansdom.Bild: picturedesk.com/APA
Antworten von Kardinal Christoph Schönborn, der in Corona keine Strafe Gottes sieht, eher eine Anregung zum Nachdenken.
Immer wieder werde ich in diesen Tagen gefragt: Ist Corona eine Strafe Gottes? Schickt uns Gott dieses Virus als Vergeltung für all unsere schlechten Taten? Rechnet Gott ab mit seiner Welt? Erleben wir gerade so etwas wie die ägyptischen Plagen, von denen die Bibel berichtet? Ein Strafgericht Gottes?

Natürlich bewegen solche Fragen auch mich. Welche Antwort finde ich selber? Zuerst versuche ich es mit einem nüchternen Blick: Seuchen hat es immer gegeben, sie gehören zur Natur. Und dank medizinischer Forschung und Entwicklung können heute Seuchen besiegt werden. Wir hoffen alle, dass das auch mit Corona gelingen wird. Gott hat uns Verstand und Willen gegeben, damit wir mit den Herausforderungen der Natur gut umgehen.

Dann aber stelle ich mir eine weitere Frage: Will Gott uns durch Corona etwas sagen? Ich glaube nicht, dass Corona eine Strafe Gottes ist. So kann ich mir Gott nicht vorstellen. Aber dass Gott durch Krisen bei uns anklopft und uns zum Nachdenken einlädt, das glaube ich fest. So habe ich meine eigenen Erkrankungen letztes Jahr erlebt. Jetzt kommt bald Ostern, Gottes großes Ja zum Leben. Daher glaube ich: Es wird gut werden!

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