Warum sich Kardinal Schönborn Regen wünscht

Kardinal Christoph Schönborn
Kardinal Christoph SchönbornBild: Helmut Graf
Antworten von Kardinal Christoph Schönborn, der sich anfangs über den strahlend blauen Himmel der letzten Wochen freute, sich jetzt aber nichts mehr als Regen wünscht.
Seit meiner Kindheit habe ich keinen so strahlend blauen Himmel gesehen. Tagelang kein Wölklein. Kein von den Kondensstreifen der Flugzeuge verschmierter Himmel. Kein Dröhnen der Flugmotoren. Anfangs war ich voller Freude, wenn ich in der Früh den leuchtend klaren Himmel sah, wenn in der Nacht sogar über Wien der Sternenhimmel sichtbar wurde.

Doch seit einiger Zeit beginnt die Freude in Sorge zu kippen. Bald ist der April zu Ende. Hieß es früher nicht: April tut, was er will? Aprilwetter, das war ein Gemisch aus Sonnenschein und Regen. Doch heuer: Der typische Aprilregen? Fehlanzeige! Zwei, drei Mal kurze Regenspritzer. Sonst nur reglos strahlender Sonnenschein. Dieser Tage erreichte mich ein tief besorgter Anruf einer Bäuerin: Das Futter für das Vieh geht aus. Wir werden Tiere schlachten müssen! Kommt zu allen Corona-Sorgen auch noch eine schlimme Dürre?

Schönes Wetter. Ich kann das Wort schon nicht mehr hören! Ausgewogenes Wetter erhoffen wir! Und erleben, dass vieles einfach nicht in unserer Hand ist, besonders das Wetter! Um Regen beten? Wettersegen spenden? Ich tue beides. Und versuche, auf Gott zu vertrauen.

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